Pentagram Chile – The Malefice

| 4. September 2013 | 0 Comments

Pentagram Chile

Ein Urgestein der extremen Metal-Szene kehrt zurück. Pentagram Chile – der Verweis auf die Herkunft des Trios soll Verwechslungen mit der gleichnamigen Doom-Legende um Bobby Liebling vermeiden – haben es in den 80er nur auf zwei Demo-Tapes gebracht, die jedoch für Bands wie Napalm Death, Entombed, Darkthrone oder At The Gates zur maßgeblichen Quelle der Inspiration wurden. Seit 2009 sind die Chilenen um Anton Reisenegger (Criminal, Lock Up) wieder gemeinsam unterwegs, mit „The Malefice“ erscheint 28 Jahre nach Gründung das Debütalbum der Südamerikaner.

Gemeinsam mit Gründungsmitglied Juan Pablo Uribe und Sadist-Drummer Juan Pablo Donoso (Original-Schlagzeuger Topelberg konnte die Aufnahmen nicht bewältigen) stürzt sich Reisenegger in zehn räudige, heftig rumpelnde Songs, die alleine schon in punkto Produktion den Underground-Charme der 80er aufleben lassen. „The Death Of Satan“ – welch programmatischer Titel – eröffnet mit hoher Geschwindigkeit, sich überschlagenden Drums und herrlich ranzigen Riffs. Der Bandchef grummelt über das holprige und doch charmante Arrangement, das ganz klar zeigt, woher Napalm Death die Inspiration für ihre verhältnismäßig langsameren Nummern beziehen. „La Fiura“ setzt sogar noch einen drauf, wenn das entstellte, quietschende Gitarrensolo für kurze Tempo-Entschärfung im Malstrom des High-Speed-Terrors sorgt.

Für „Spontaneous Combustion“ packen Pentagram Chile die Thrash-Keule aus. Der infernale, Araya’sche Schrei zu Beginn stammt von keinem Geringeren als Destructions Schmier, der Reisenegger hier zu Höchstleistungen antreibt und den Song nach Leidenschaft zerschießt. Ebenfalls auf diesem Album zu hören sind Marc Grewe (Morgoth) und Tomas „Tompa“ Lindberg (At The Gates, Lock Up) – ein Beleg für jene hohe Bedeutung, die die Chilenen nach wie vor haben.

Es wäre freilich auch ohne prominente Begleitung gegangen, denn die Qualität der Songs spricht für sich. Wer es anspruchsvoll mag, sollte um „The Malefice“ einen Bogen machen. Das Debüt der drei Südamerikaner ist keinesfalls plump oder stumpf ausgefallen, es orientiert sich an der guten alten Underground-Schule und verzichtet auf unnötige Verzierungen. Ein Gewaltakt wie das sechs Minuten lange „King Pest“ beweist, dass sich die methodische Schädigung der Nackenwirbel problemlos in die Länge ziehen lässt. Wer mit Pentagram Chile auf eine weitere Zeitreise gehen möchte, dem sei die limitierte Auflage ihres Erstlings empfohlen. Hier finden sich, wie auch auf der Doppel-Vinyl-Variante, sieben neu aufgenommene Demo-Songs aus den Achtzigern.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.09.2013
Erhätlich über: Cyclone Empire (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/PentagramChile1985

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Category: Magazin, Reviews

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