EF – Ceremonies

| 3. September 2013 | 0 Comments

EF

Zwei Buchstaben, eine musikalische Urgewalt – EF aus Schweden melden sich mit ihrem vierten Studioalbum zurück. Ihre Hardcore-Wurzeln hat das Quintett aus Göteborg zumindest musikalisch längst abgelegt, der DIY-Ethos ist jedoch geblieben. Erneut veröffentlicht man über das eigene Label And The Sound Records und baut damit auf der im vergangenen Jahr erschienen EP „Delusions Of Grandeur“ auf. „Ceremonies“ könnte als Titel zum zehnjährigen EF-Jubiläum kaum passender sein.

Besagtes „Delusions Of Grandeur“ entwickelt sich zum Herzstück der Platte und klingt nach wie vor eindrucksvoll. Gesang wird, wie auf dem Rest des Albums, nur spärlich eingesetzt, bringt im Fall des Neunminüters sogar ein wenig Pop-Appeal mit sich. Wenn Tomas Torsson über Spuren von weichen Gitarren und Blechbläsern singt, öffnet sich der Himmel. EF ziehen das Tempo an und reinigen die Luft mit einem heftigen musikalischen Gewitter. Wenn die Schweden mehrstimmige Weichmacher und semi-balladeske Strukturen in ihre majestätischen Songs einbauen, fühlt man sich an Sigur Rós erinnert, speziell im bewegenden Opener „Bells Bleed & Bloom“, in dem einmal mehr die Trompete eine zentrale Rolle übernimmt.

Herzstück des Albums ist freilich das knapp zwölf Minuten lange „Yield, Heart. Yield!“, das mit seiner singenden Gitarre und Torssons distanziert wirkenden Vocals ein wenig Prog-Flair annimmt. Der eingängige Refrain mit Glockenspiel-ähnlichen Klängen leitet den ersten großen Ausbruch ein, für EF-Verhältnisse geradezu sperrig und unzugänglich, förmlich heftig. In dieser Gangart geht es weiter, getragen von stetem Wachstum und nachdenklichen Einschüben. Krachiger wird es einzig beim Finale von „Where G. Mallory Sleeps“, das mit seinen stark verzerrten Gitarren beinahe metallisches Flair annimmt.

„Ceremonies“ ist wahrlich eine kleine Feier wert. Obwohl das abschließende „Thee Barren Soil Of Messaure“ und das Zwischenspiel „Sex“ qualitativ ein wenig abfallen, beschwert man sich auf hohem Niveau, denn EF haben das Versprechen von „Delusions Of Grandeur“ eingelöst. Herausgekommen ist eine verträumte Post Rock-Platte, über weite Strecken instrumental. Der Gesang bringt zusätzliche Würze, der Gesamteindruck bewegt sich zwischen schroff und hochgradig harmonisch. Wer seine ausladende Gitarrenmusik verträumt mag, ist bei den Schweden nach wie vor goldrichtig.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.09.2013
Erhätlich über: And The Sound Records (Cargo Records)

Website: www.efmusic.se
Facebook: www.facebook.com/efmusic

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Category: Magazin, Reviews

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