Kimaera – The Harbringer Of Doom

| 6. September 2013 | 0 Comments

Kimaera

Gibt es in Zeiten der Globalisierung noch echte Metal-Exoten? Ja und nein – so manche Exoten werden zu etablierten Kräften und bieten Kollegen aus dem gleichen Land damit eine Plattform. Schwermetallisch noch weitestgehend unerschlossen ist hingegen der Libanon. Vielleicht hat man von The Arcane und The Weeping Willow schon gehört, am ehesten jedoch von Kimaera. Das Sextett leistet seit 2000 Pionierarbeit mit einer Mischung aus Doom und Death mit orientalischen Einflüssen. Mit neuem Label und unter neuem Management erscheint das bereits dritte Album „The Harbringer Of Doom“.

An den gleichermaßen extremen wie hochgradig dramatischen Sound Kimaeras muss man sich erst einmal gewöhnen. Orientalische Einflüsse und Gothic-Bausteine treffen auf eine wuchtige Mischung Death’n’Doom, geprägt von Melancholie, Weltschmerz und bleiernere Schwere. Ein gewisser Hang zu Todesstahl-Wellenbrechern scheint stets durch, wie bereits der Opener „Ancient Serpents“ zeigt. Fiese Growls, peitschende Drums, majestätische Riffs – all das co-existiert problemlos mit orientalischer Romantik und den bewegenden Violinenklängen Milia Fares‘. Gelegentlich arbeiten Kimaera mit weiblichem Gesang, beispielsweise im klassischen Breakdown von „Daughter Of Eve“, ein durchaus bewegendes Auge des Sturms, umgeben von aggressivem Geballer.

In weiterer Folge tauchen die Libanesen tiefer und tiefer in ihre gelegentlich schwer greifbare Mischung ein, die ein wenig an Paradise Lost und die Anfänge von Orphaned Land erinnert. Ein „Claim The Dark“ brettert ordentlich aus den Boxen, wird vom blassen, gekünstelt ästhetisierten „Aged Wine And Woe“ jedoch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Jene Oriental-Gothic-Exkurse liegen Kimaera nicht und drücken den Gesamteindruck. „The Harbringer Of Doom“ ist ein solides Album mit einigen Ausreißern nach oben. Wären die Dark-Metal-Elemente und die post-gothische Romantik nicht so generisch ausgefallen, könnte man von einem vollen Erfolg sprechen. Ein Epos wie das sieben Minuten lange „Praising My Pain“ zeigt, wohin die Reise gehen sollte.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 06.09.2013
Erhätlich über: Eternal Sound Records (New Music Distribution)

Website: www.kimaera.info
Facebook: www.facebook.com/Kimaeraband

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Category: Magazin, Reviews

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