Shinedown – Amaryllis

| 26. März 2012 | 0 Comments

Shinedown

Spätestens seit ihrem Erfolgsalbum „The Sound Of Madness“ sind Shinedown aus der Modern-Rock-Szene nicht mehr wegzudenken. Das sollte sich auch mit ihrem vierten Studioalbum „Amaryllis“ nicht ändern. Von nach vorne preschenden Power-Rockern über groovende Midtempo-Hymnen bis hin zu radiotauglichen Halbballaden ist wieder alles vertreten, was sich der geneigte Hörer vom Quartett aus Jacksonville, Florida erhofft hat.

Rob Cavallo, welcher schon beim Vorgänger seine Produzenten-Finger im Spiel hatte, hat auch der neuen Platte einen fetten und transparenten Sound verpasst. Kenner wissen, dass es einem Shinedown-Album bestimmt nicht an radiotauglichem Material fehlt. Glücklicherweise wirkt der Sound nie zu glatt poliert und weist bei härteren Kalibern wie „Adrenaline“ und „Bully“ immer die nötigen Ecken und Kanten auf.

Mit dem Titeltrack und „Unity“ befinden sich zwei Halb-Balladen auf der Platte, welche vor großen Breitwand-Refrains nur so strotzen. Letztere ist durch Streicherpassagen, dezente Backing-Vocals und Zach Myers‘ enorm gefühlvolles Gitarrenspiel ein Gänsehautgarant. Hier ist Langzeit-Radio-Airplay vorprammiert. Brent Smiths Organ kommt wie gewohnt richtig schön in den Refrains zum Tragen oder wenn er, wie in der zweiten Hälfte von „Bully“, seinen Emotionen freien Lauf läßt.

„Enemies“ ist mit seinem stampfenden, Marsch-artigen Rhythmus und einem enorm druckvollen Refrain eine wahres Kraftpaket. Der Song mag simpel und repetitiv wirken, zieht den Hörer durch seine Wucht jedoch sofort in seinen Bann. „Nowhere Kids“ drückt den Fuß wieder kräftiger aufs Gaspedal und zeigt Smith in den fast schon frech anmutenden Strophen, vereinzelten Brüll- und Flüsterpassagen und melodischen Refrains von einer sehr vielschichtigen Seite. Durch seine Laut-Leise-Dynamik und den verdammt fetten Refrain erinnert „For My Sake“ an alte „Leave  A Whisper“-Zeiten.

Das sich anfangs langsam steigernde „My Name (Wearing Me Out)“ entpuppt sich als echte Abrissbirne, welche im Refrain buchstäblich alles niederreißt. Ein großes Plus bekommt die Nummer durch enorm cooles Drumming von Barry Kerch. Das abschließende „Through The Ghost“ drückt noch einmal ordentlich auf die Tränendrüse und präsentiert sich, ähnlich wie die zweite Ballade „I’ll Follow You“, mit ausladender Orchesterbegleitung und einer unter die Haut gehenden Gesangsdarbietung von Herrn Smith.

Egal ob wütend oder gefühlvoll, Shinedown machen auf den insgesamt zwölf Songs eine stets solide Figur. Man mag es in Sachen Pathos und Orchesterpassagen insgesamt vielleicht etwas zu gut gemeint haben. Dennoch soll das nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass es sich bei „Amaryllis“ um eine abwechslungsreiche und ungemein souveräne Rock-Platte handelt, die auch nach dem zwanzigsten Hördurchgang immer noch Spaß macht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.03.2012
Erhältlich über: Roadrunner Records (Warner Music)

Website: www.shinedown.com
Facebook: www.facebook.com/shinedown

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Category: Magazin, Reviews

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