iwrestledabearonce – Ruining It For Everybody

| 2. August 2011 | 0 Comments

iwrestledabearonce

Nicht ganz zwei Jahre ist es her, dass iwrestledabearonce mit „It’s All Happening“ wie ein Gewitter über die Musiklandschaft hereinbrachen. Ausuferndes Chaos, zusammen gezwängt auf ein Album, stellte das Erfolgsrezept für das Debüt dar. Mit „Ruining It For Everybody“ präsentiert sich die Band um Frontfrau Krysta Cameron für bisherige Bandverhältnisse etwas gemäßigter dar – sofern dieser Begriff überhaupt auf diese Art von Musik umlegbar ist.

Als Vorboten des Albums gab es „You Know That Ain’t Them Dogs Real Voices“, das schon mal gut auf die Marschrichtung von „Ruining It For Everybody“ hinwies. Der Fokus liegt mehr denn je auf der Stimme von Cameron, die im Vergleich zum vorigen Album immer öfter singt als schreit. Die nette Dame am Mikrofon dürfte auch etwas an ihren Gesangsqualitäten gearbeitet haben, denn die cleanen Passagen klingen professioneller und sauberer denn je. Auch am Herumgegrunze gibt es immer noch nichts zu meckern. Vielmehr scheint es teilweise unglaubwürdig, wie diese Frau innerhalb eines Songs zwischen Pop-Stimme und Death-Metal-Frontschwein hin- und herspringen kann.

Die Musik von iwrestledabearonce entzieht sich auch auf „Ruining It For Everybody“ weiterhin jeder Zuordnung. Den Grundaufbau bildet Mathcore, so viel scheint sicher, was die Band aber rundherum noch zaubert, ist schwierig zu kategorisieren. Oft bricht zwischen chaotischem Gefrickel plötzlich der große Popzauber aus, wenn Cameron eine Gesangsmelodie, unterlegt von Frauenchören, hinzaubert, für die sich eine Girlgroup nicht schämen müsste. Besonders beim Song „Deodorant Can’t Fix Ugly“ (starker Titel, nebenbei) fällt auf, dass die Band immer mehr eine Vorliebe für leichtere Melodien an den Tag zu legen scheint. Sonst überwiegen aber schnelle Gitarren, begleitet von noch schnelleren Drums. Die poppigen Stellen halten sich aber schon fast das Gleichgewicht mit den ultraharten Passagen. Ein bisschen zu meckern gibt es an der Produktion: Stellenweise klingen entweder die Gitarren oder die Stimme von Cameron zu leise und nicht gut aufeinander abgestimmt.

Das zweite Album der Genrejumper iwrestledabearonce stellt für den Fan eine Zwickmühle dar. Einerseits ist die Musik allein durch ihre Einzigartigkeit über jeden Zweifel erhaben, andererseits dürften es sich iwrestledabearonce bei aller Qualität des Albums mit einigen Fans der ersten Stunde verscherzen. Zu oft, scheint es, wirkt der chaotische Songaufbau mehr kalkuliert denn natürlich. Durch die hohen technischen Fähigkeiten der Musiker, kombiniert mit einem guten Gespür für schnelle Passagenwechsel innerhalb der Songs, stellt „Ruining It For Everybody“ aber immer noch ein sehr gutes Album dar.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.07.2011
Erhältlich über: Century Media (EMI Music)

Website: www.iwrestledabearonce.com
Myspace: www.myspace.com/iwrestledabearonce

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Category: Magazin, Reviews

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