Burner – No One Is Coming To Save Us

| 20. September 2026 | 0 Comments
Burner

(c) Kieran White

Die Geschichte wiederholt sich, denn offenkundig schaffen es nur wenige, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Burner beleuchteten auf ihrem ersten kompletten Album „It All Returns To Nothing“ die Außenperspektive einer chaotischen Welt im Wandel der Zeit. Nun geht es um den Auslöser allen Übels, um menschliches Verhalten, um konstante Gewalt und Brutalität, in einer ewigen Schleife gefangen. Zugleich erweitert „No One Is Coming To Save Us“ den wahnwitzigen Sound weiter und holt sich etwas Prominenz ins Studio.

Bekanntester Gast ist wohl Trivium-Frontmann Matt Heafy, der im Vorboten „Sunrise, Parabellum“ mitmischt. Fast unbemerkt zieht das britisch-amerikanische Gespann die Daumenschrauben an. Was im geifernden, dreckverkrusteten Vollsprint beginnt, bricht mittendrinnen regelrecht ab und schleppt sich in Blackened-Doom-Schwere plus purer Wut dem Ende entgegen. Dort wartet bereits „A Shattered Visage Lies“ und sucht vier Minuten lang nach seiner musikgewordenen Identität. Entsprechend häufig häutet sich der Track, muss erst explodieren und verbindet letztlich Post Black Metal mit klaustrophober Melodik. Ein kompletter, finsterer Zusammenbruch und das gemächliche Stampfen in der Schlussminute führen zurück zum Anfangsmotiv.

An anderer Stelle explodiert „Kurtz“ mit Anthony Lucero von Cult Leader sofort, nur um erneut zu tödlicher Entschleunigung zu finden. Eingerahmt wird diese Platte jedoch von zwei Giganten jenseits der Sieben-Minuten-Marke. „The Third Revelation“ lässt sich mit einem ausgedehnten Intro ordentlich Zeit, bevor Doom und Groove übernehmen. Tiefschwarzer Hardcore geht aus dem Nichts durch die Decke, brutalistische Zwischensprints fahren durch Mark und Bein. Das abschließende „Agni Kai“ klingt hingegen etwas kompletter, frustrierte Schreie inklusive. Beklemmende klare Gitarren lassen zwischenzeitlich verschnaufen, der nahezu hymnische Part zur Songmitte mit anschließendem Dauerfeuer fordert auf packende Weise heraus.

Selbst für Burner sind diese wahnwitzigen 48 Minuten eine kleine Zerreißprobe geworden, stellen sie doch wiederholt sogar sich selbst vor gewisse Herausforderung. Das liegt nicht einmal an der stellenweise höheren Geschwindigkeit und den noch intensiveren Black- sowie Death-Einflüssen. „No One Coming To Save Us“ überrollt wiederholt mit schier unendlichen Druckwellen, wird förmlich von einem Extrem ins nächste gerissen, rebelliert regelrecht und versucht die innewohnende Hässlichkeit mit der wohl drohenden Endlichkeit des Seins zu vereinbaren. Kurze Momente dezenter Hoffnung und präzise Nackenschläge finden für einen im besten und wichtigsten Sinne widerwärtigen Batzen Musik zusammen. Burner machen abermals mit wachsender Begeisterung alles kaputt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.09.2026
Erhältlich über: Church Road Records

Facebook: www.facebook.com/burnermetal

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Category: Magazin, Reviews

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