Black Lung – Forever Beyond

| 5. März 2026 | 0 Comments
Black Lung

(c) Jordan August

Sie sind gelandet, mehr oder weniger. Nach der Reise durch Raum und Psych von „Dark Waves“ landeten Black Lung an ihrem Bestimmungsort. Und dieser ist letztlich der Startpunkt für weitere hochspannende Trips im längst vertrauten Spannungsfeld zwischen Stoner Rock, Doom Metal, Psychedelia und Space Rock. Zugleich arbeitet der neueste Streich „Forever Beyond“ mit Wut und Widerstand, gerade angesichts der faschistischen Machthaber und korrupten Oligarchen in ihrer Heimat.

Die Suche nach einem Erlöser, einem „Savior“, ist alles andere als eine gesunde Angelegenheit, wiewohl Black Lung zwischen Hoffnung und dezidierter, beißender Abrechnung schwanken. Das zarte und doch bestimmte Wabern des Fünfminüters zittert durch unendliche Weiten, spielt mit feinsinnigen Piano- und Synthesizer-Flächen, findet aber doch immer wieder zurück zu massiven Gitarrenwänden. Wiederholtes Landen in erschütternder Realität wirbelt das Seelenleben durcheinander, sorgt aber für starke Musik. Über „Border Hoarder“ darf man alleine schon anhand des Titels prima spekulieren. Dahinter steckt ein kraftvoller Track, der mit doomiger Heavyness auftrumpft, wenn auch spät. Das US-Trio braucht eine ganze Weile, um in Fahrt zu kommen, wobei der an klassische Metalklänge angelehnte Mittelteil im besten Sinne aus dem Rahmen fällt.

Im Anschluss folgt mit „Scum“ der längste Song – acht Minuten Kraftleistung in Reinkultur, proggig und drückend zugleich. Die Vocals fahren mit ungeahnter Dringlichkeit aus den Boxen und schweben doch gerne im luftleeren Raum, das recht typische Stoner-Riff macht ebenfalls Laune. In den Details wachsen Black Lung über sich hinaus, machen Platz für psychedelische Einschübe, drückende Soli und ein schrilles, abgedrehtes Finale mit einer feinen Portion Mr. Bison. In Vergleich dazu klingt „Follow“ fast konventionell, eigentlich aber auch nicht. Wieder und wieder wandelt das Trio in der Unendlichkeit des Seins, fliegt durch luftleeren Raum, nur um urplötzlich von einem eindringlichen Riff in den nächste Stoner-Doom-Husarenritt entführt zu werden.

Konzentrierter, luftiger, breiter aufgestellt, konkreter, angenehm abgehoben und der Realität doch stets unbequem nahe – Black Lung leben von Kontrasten und gestalten ihren Sound noch ein klein wenig vielschichtiger. Ja, die typischen Zutaten der Vorgänger bleiben auch auf „Forever Beyond“ präsent. Es geht um Stoner-Riffs, um spacig-psychedelische Ausflüge, um doomige Schwere – aber eben auch um erstaunlich klassische Metal-Ausritte und die eine oder andere Hook. Zudem bleibt das Trio stabil, zeigt sich verständlichermaßen mehr als besorgt und entsetzt ob der abscheulichen Entwicklungen in ihrer Heimat und bezieht einmal mehr Stellung. Black Lung pendeln sich auf hohem Niveau ein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.03.2026
Erhältlich über: Magnetic Eye Records

Facebook: www.facebook.com/blacklungbaltimore

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Category: Magazin, Reviews

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