Stoned Jesus – Songs To Moon

| 14. Oktober 2026 | 0 Comments
Stoned Jesus

(c) Liss Eulenherz

An Selbstbewusstsein mangelt es Stoned Jesus keinesfalls: Im September 2025 meldete sich das ukrainische Trio mit „Songs To Sun“ zurück und nannte es den Start einer Trilogie. Der überaus anspruchsvolle Mix aus Stoner und Prog, Psych und Rock wirkte wie eine kleine Rundreise durch das bisherige Schaffen und machte daraus eine Art Sprungbrett für neue Großtaten. 13 Monate später landet nun „Songs To Moon“ – etwas lauter, etwas filigraner, etwas kantiger, etwas verspielter. Ist ‚mehr von allem‘ tatsächlich der richtige Ansatz für den ewigen Geheimtipp?

Der Auftakt überrascht erst einmal: „Under The Skin“ fällt mit der Tür ins Haus und packt einiges an Heavyness drauf. Überraschend metallische Intensität, bleierne Schwere und tiefe Abgründe finden zusammen, die Vocals kämpfen sich aus den Untiefen des Arrangements hervor, ringen mit vereinzelten Screams und Growls um den Platz an der Sonne. Das anschließende „Velvet“ fällt deutlich melodischer aus, hat aber ebenso mit einer gewissen Finsternis zu ringen. Grunge und Alternative Rock, leicht proggige Süße und eine nicht von der Hand zu weisende Doom-Note machen Laune – schwerfällig, sympathisch und letztlich doch eingängig wie Sau.

Emotionaler Höhepunkt ist aber „Window In My Room“, das mehr als acht Minuten lang auf semi-akustischen bis folkigen Minimalismus setzt. Verträumte Verzweiflung ergibt einen ergreifenden Kontrast, vielleicht einen Hauch zu weit ausgedehnt, aber in seiner Melodieführung grandios. Davor baut sich „Jackal“ mächtig auf, holt ein paar Stoner-Riffs hinzu und klingt stellenweise fast vertrackt. Das hatte man so auch nicht unbedingt auf der Rechnung. Und dann ist da noch „ZYX“, das sich immer wieder aus unwegigem Stoner-Psych-Gelände erhebt und treibende Intensität nebst die ganz feine Klinge stellt, neben einen Hauch Neo-Prog und fast spacige instrumentale Sphären.

Die ganz große musikalische Überraschung sollte „Songs To Moon“ eigentlich nicht sein, funktioniert wunderbar als zweiter Teil einer Trilogie und traut sich trotzdem noch mal ein ganzes Stück weiter hinaus. Stoned Jesus klingen stellenweise deutlich lauter und heavier zuletzt, betonen letztlich aber tatsächlich die angekündigen Gegensätze, die hier deutlicher als zuletzt hervortreten. Gerade im semi-akustischen Bereich und der proggig-süßlichen Sinnsuche wirken die Ukrainer um Welten sicherer und selbstbewusster, lassen sich von der Musik auf beste Weise leiten. Auf den Abschluss in dieser Serie darf man bereits gespannt sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2026
Erhältlich über: Season of Mist (SPV)

Facebook: www.facebook.com/stonedjesusband

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Category: Magazin, Reviews

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