Hills Like White Lions – Canary

| 9. Oktober 2026 | 0 Comments
Hills Like White Lions

(c) Daniel Auer

Es bereitet große Freude, die Entwicklung von Hills Like White Lions mitzuverfolgen. Bereits mit ihrem vor drei Jahre erschienenen Album „Meander“ legten die Amstettener einen Post-Prog-Metal-Klassiker hin. Seither spielte man unter anderem als Support für so unterschiedliche und herausragende Acts wie Yawning Man und Hexvessel, veröffentlichte eine Stand-Alone-Single und holte sich mit Reinhard Farnberger (Synths, Gesang) Verstärkung. Als Quartett bringt man nun „Canary“ an den Start – einmal mehr von Norbert Leitner produziert und zugleich laut eigener Aussage das bislang härteste und persönlichste Werk.

Die Herausforderungen des Erwachsenwerdens begleiten sieben neue Songs, angefangen mit dem starken Titeltrack. „Canary“ bringt die neue Heavyness prima auf den Punkt, eng verwoben mit süßlichen Klängen und noch stärkerem Gesang. Wenn nach eineinhalb Minuten ein urplötzlicher Sprint die bereits vom Vorgänger bekannten Post-Black-Metal-Elemente intensiviert und auf hoffnungsvolle Töne treffen lässt, ist alles eitel. Selbst der schwere, erdrückende zweite Teil offenbart eindrucksvolle Qualitäten. Da fühlt man sich tatsächlich erst einmal „Blown Away“ – wie auch von den gutturalen Growls und Screams im gleichnamigen Song, die hier noch konzentrierter an die Oberfläche gelangen und in einen wahrhaften Malstrom ziehen.

Ab der ersten Sekunde geht „Cosmic Loss“ in den Angriffsmodus über, intensiviert sein Bemühen um metallische Härte und spricht mit seinen Extremen mitten aus der Coming-of-Age-Seele, die sich mit neuen, überwältigenden Gefühlen auseinandersetzen muss. Pipi Gogerl sorgt für eine packende zusätzliche Stimmfarbe, dazu kommt der fast doomige Post-Metal-Mittelteil, der Hören und Sehen vergehen lässt. An anderer Stelle gibt es Unterstützung von Heretoir: „Liminal Summer“ ringt um Fassung und durchlebt eine emotionale Achterbahn. Giftige Spitzen, bittersüße Schwere, erdrückende Nachdenklichkeit und gelegentliche lichte Momente erschaffen pure, aufwühlende Magie.

Weiterhin eine Klasse für sich: Hills Like White Lions schaffen es tatsächlich, das Ausnahmeniveau des Vorgängers locker zu halten und sich konzentriert weiterzuentwickeln. Die Konzentration auf mehr Härte geht zu keiner Zeit auf Kosten der proggig-verspielten, melancholisch veranlagten Melodik und Eingängigkeit der bisherigen Releases, kommt zugleich um Welten wuchtiger und intensiver rüber. „Canary“ meistert dieses Kunststück mit angenehm erdrückender Leichtigkeit, profitiert vom erweiterten Line-up und starken Gästen, wirkt zudem in puncto Songwriting und Konzeption abermals geradezu mächtig. Einmal mehr demonstrieren Hills Like White Lions internationale Klasse mit einem weiteren Ausnahmewerk.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 09.10.2026
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/HillsLikeWhiteLionsMusic

Slider-Pic (c) Daniel Auer

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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