Messticator – Total Mastery

| 7. März 2026 | 0 Comments
Messticator

(c) Franz Schepers

Messticator aus Hamburg spielen Death Metal mit Thrash-Schlagseite und einem gelegentlichen Hauch Melodik – so weit, so gut. Das 2019 in der Hansestadt gegründete Quartett versteht sich aber nicht nur auf wütende, angenehm vielschichtige Urgewalt, sondern hat ebenso ein Herz fürs Storytelling. Auf ihrem zweiten Album „Total Mastery“ geht es, ganz dem Titel entsprechend, um eine alles überstrahlende Entität, die über die Menschheit herrscht, über sie richtet und sie bestraft.

Nach einem kurzen Intro geht „…The Pitslayer“ sogleich in die Vollen und zeigt zudem, was sich auf dem gesamten Album in etwa erwarten lässt. Hohes Tempo, angethrashte Riffs und die schiere Urgewalt in den Stimmbändern von Thomas Thede nehmen keine Gefangenen. Kurzzeitige Entschärfungen, angedeuteter Groove und erneute Nackenschläge mit melodischen Anwandlungen kommen gut. Das erinnert ebenso an nordische Vorbilder wie an die famosen Dew-Scented. Wie sich „Ruins Of Reason“ wieder und wieder zu überschlagen droht, macht ebenfalls Laune. Fiese Sprints, derbe Drums und abgedrehte Soli machen ebenso Laune wie das grollende Auge des Sturms, das aus einem mächtigen Basslauf in das berauschende Finale führt.

Derlei Wahnsinn ist die absolute Spezialität von Messticator, und „Deathtouch“ spielt da ebenfalls ganz vorne mit. Der Sechsminüter variiert das Tempo gekonnt, vor allem im ellenlangen Aufbau, und stampft mit wachsender Begeisterung durch die Strophen. Dass im Chorus sogar ein paar hymnische, zugleich infernale Elemente mitschwingen, kommt richtig gut. Weiter und weiter wächst der Song, punktet durch grandiose Gitarrenarbeit und spielt gerade in der zweiten Hälfte mit epischen Passagen, mit etwas Gemächlichkeit und mit dem Hauch von Eingängigkeit. Eben das steht Messticator prima zu Gesicht. „One-Shot-Kill“ bemüht hingegen rasante Kompromisslosigkeit, reißt in unter vier Minuten alles nieder und groovt zwischenzeitlich wie Sau. Auch das geht auf.

Überlang und doch nie überfordernd, so gestaltet sich der Zweitling der Hamburger. Rasantes Tempo und kompromisslose Wut, begleitet von finsteren Geschichten über einen hasserfüllten Herrscher, machen ab der ersten Sekunde Laune. Messticator verbinden pure Brutalität mit gekonntem Songwriting und der einen oder anderen Überraschung. Gerade in Sachen Dynamik zeigt „Total Mastery“ einen starken Sprung nach vorne, räumt mit seinen Thrash-Riffs ab und punktet mit gelegentlichen epischen Ausflügen, die dem Quartett gut zu Gesicht stehen. Inmitten purer infernaler Aggression und latentem Wahnsinn entsteht ein hochgradig unterhaltsames Album mit hohem Suchtfaktor.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.03.2026
Erhältlich über: Testimony Records

Facebook: www.facebook.com/messticator

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Category: Magazin, Reviews

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