Hammer – Trapped

(c) Alan Swan
Ihr erstes Album erschien einen Tag, bevor Großbritannien in den Lockdown ging, und blieb entsprechend unter dem Radar. Nun nehmen Hammer erneut Anlauf, und zwar noch lautstarker. Dem Quintett aus der schottischen Kleinstadt Penicuik, unweit von Edinburgh gelegen, war die Musik quasi in die Wiege gelegt – wer nicht Fußball spielen konnte / wollte, griff zum Instrument. Seit dem Einstieg von Jason Andrews 2023 ist man mit neuem Elan unterwegs und schlägt betont wütend um sich. „Trapped“ könnte den verdienten und erhofften großen Wurf bedeuten.
Der Quasi-Titelsong „Trapped In A House With A Maniac“ bringt die musikalische Palette auf den Punkt. Death Metal mit ein paar Thrash-Riffs, metallischer Hardcore und mächtiger Groove finden zusammen und werden von Andrews mit wachsender Begeisterung zerbrüllt. Donnernde Breakdowns und effektbeladene Überspitzung lassen die Lage weiter eskalieren, sogar ein wenig Metalcore-Ursuppe mischt mit. Immer wieder schwingen Hammer den, nun ja, Dampfhammer, stampfen wütend auf und schicken giftige Dissonanzen über den Äther. Wieder und wieder nimmt das Quintett neuen Anlauf, bevor der Track in zähen Schleifen versiegt.
Freilich ist das nur einer von sieben Eindrücken, die wie aus einem Guss und doch angenehm unterschiedlich, vielschichtig dargeboten werden. Die Video-Auskopplung „Basilisik“ klingt sogar leicht melodisch, spielt mit Uptempo-Dynamik und zieht doch mit wachsender Begeisterung überdimensionale Wände auf. Hingegen fällt der Opener „Mea Culpa“ mit der Tür ins Haus, reizt das Thema Lautstärke gar exzessiv aus und lässt das Tempo immer weiter in die Höhe schnellen, nur um im nächsten Moment eingängig zu grooven, bevor ein geiferner Deathgrind-Sprint den Track gekonnt zuspitzt.
Sie brauchen nur eine halbe Stunde, um alles zu zerlegen und erneut zusammenzusetzen. Mit ihrem nächsten mächtigen Lebenszeichen gelingt Hammer ein Volltreffer, massiv, unwirtlich und doch absolut mitreißend. Dicke Hooks fabrizieren andere; die Schotten machen lieber kaputt und grooven dabei. Death Metal und Hardcore sind die perfekten Zutaten für einen kantigen bis massiven Höllenritt, der seine Breakdowns ebenso liebt wie die überdimensionalen Sprints, bevor pure Heavyness alles zu Kleinholz macht. „Trapped“ setzt vielleicht keine übermäßig frischen Akzente, sorgt dafür in jeder Hinsicht für beste Unterhaltung – ein kleines Statement von einem Album, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 01.08.2025
Erhältlich über: Eigenvertrieb
Facebook: www.facebook.com/HammerTheBand


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