The Troops Of Doom – A Mass To The Grotesque

| 29. Mai 2024 | 0 Comments
The Troops Of Doom

(c) Cissa Flores

Bei The Troops Of Doom ist die Death-Metal-Zeit stehen geblieben. Ihr ruppiger, angethrashter und doch ausdifferenzierter Extreme-Sound wirkt nicht nur vertraut (kein Wunder, schließlich mischt hier unter anderem Sepultura-Ur-Gitarrist Jairo „Tormentor“ Guedz mit), sondern hätte auch schon von mehreren Jahrzehnten wunderbar funktioniert. Seit 2021 erscheint zumindest ein Release pro Jahr, im April 2022 landete mit „Antichrist Reborn“ sogar ein komplettes Album. Das Quartett hat Full-Length-Nachschub versprochen, und der hat es – wenig überraschend – in sich. „A Mass To The Grotesque“ geht es noch rauer und derber an, wagt aber zugleich hörbar mehr.

Ein Doppelschlag nach einem kurzen Intro macht schnell deutlich, wohin die Reise nunmehr geht. Zunächst geht „Chapels Of The Unholy“ bewusst dorthin, wo es richtig schön wehtut – forsch, drückend, rasend. Die leichten Thrash-Untertöne bekommen dem manischen Sprinter bestens, während rundherum die Entfremdung zunimmt und faulige Melodien einstreut. „Dawn Of Mephisto“ ist fast doppelt so lang und zeigt, dass das Quartett vor allem im epischen Bereich deutlich zulegen konnte. Die ausladenden Arrangements bekommen ihnen bestens, während Alex Kafer noch grantiger und angsteinflößender wirkt. Sogar ein paar Schwedenstahl-Harmonien haben sich hier eingeschlichen.

Noch stärker – und länger – ist nur „Psalm 7:8 – God Of Bizarre“, das tatsächlich acht Minuten lang die Spannung zu halten vermag. Ausdauernde Zwischenspiele mit ranziger Eingängigkeit treffen auf zunehmend forsches Tempo, bevor der Beton langsam, aber sicher aushärtet. Die kurzen, knappen Nackenschläge gibt es natürlich ebenfalls noch, allen voran „Blood Upon The Throne“. Was langsam, aber drückend anrollt, zuckt letztlich heftig und nervös, bevor der Nackenrotor kreisen und alles zerlegen darf. In „The Impostor King“ tauchen sogar verkappte schwarzmetallische Gitarren auf, deren frostiges Antlitz mit dem Death-Thrash-Gebräu bestens harmoniert und die morbide Note dieses Tracks unterstreicht.

Souverän, beständig und kurzweilig setzen The Troops Of Doom ihre eingeschlagene Richtung fort, so heavy und zerstörerisch wie eh und je, ohne dabei Gefangene zu nehmen. „A Mass To The Grotesque“ lebt von seiner gerne mal überraschenden Brachialgewalt, die neben fauliger Epik und schwerfälligem Beton schon mal erdrücken kann, jedoch nie überlastet. Die Wurzeln der Musiker sind unüberhörbar, die starke Produktion kommt ebenfalls gut und treibt das Geschehen im besten Sinne an. Ruppiger Old School Death Metal, wüste Thrash-Riffs sowie der eine oder andere erhabene Moment langen beherzt zu – ein bärenstarkes zweites Album von einer neuen schwermetallischen Bank.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 31.05.2024
Erhältlich über: Alma Mater Records (Blood Blast Distribution)

Website: www.thetroopsofdoom.com
Facebook: www.facebook.com/thetroopsofdoom

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Category: Magazin, Reviews

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