Silverstein – A Beautiful Place To Drown

| 6. März 2020 | 0 Comments
Silverstein

(c) UNFD

Während sich manche Bands zu runden Jubiläen mit besonderen Compilations und Greatest-Hits-Touren beschenken, entschieden sich Silverstein dieses Mal für eine ganz andere, sicherlich spannendere Variante – ein neues Album. Gemeinsam mit zahlreichen alten Wegbegleitern und neuen Freunden wurde „A Beautiful Place To Drown“ eingespielt, ein unterhaltsames Kleinod mit vertrauten Klängen zwischen wuchtiger Härte und unwiderstehlicher Eingängigkeit.

Das eröffnende Doppel drückt das Gaspedal durch und bleibt dabei hymnisch. „Bad Habits“ mit Aaron Marshall von Intervals hat eine überaus kurze Zündschnur und geht immer mal wieder kurz in die Luft, nur um im richtigen Moment zum druckvollen wie packenden Refrain zurückzufinden – ein simples, kurzweiliges Rezept. Auch „Burn It Down“ lässt sich nicht zweimal bitten. Gemeinsam mit Caleb Shlomo von Beartooth zündet die Band einen zackigen Alternative-Wellenbrecher der gefälligen und doch unbequemen Sorte. Gerade die wütenden Shouts kurz vom finalen Refrain bleiben hängen.

Was Silverstein ebenfalls beherrschen, ist das gezielte Führen auf die falsche Fährte. So scheint „September 14th“ zunächst balladeske Töne anzuschlagen, nur um urplötzlich durchzustarten mit einem Hauch von Pop-Punk und dem vielleicht radiofreundlichsten Refrain dieser Platte. Noch netter gibt sich nur das mit Elektronik flirtende „All On Me“. Hier treffen eine Prise EDM, Synthwave und Saxofon auf gängige Bandsounds. Muss man mögen, aber das gallige „Infinite“ mit Aaron Gillespie von Underoath sowie das vorwitzige, angepunkte „Say Yes“ wischen sämtliche Zweifel vom Tisch. Schließlich fügt der Rausschmeißer „Take What You Give“ (unterstützt von Simple Plan-Sänger Pierre Bouvier) dem Hit-Reigen ein weiteres, unterhaltsames Kapitel hinzu.

„A Beautiful Place To Drown“ bringt zwei Jahrzehnte Silverstein auf den Punkt: knüppelhart und doch eingängig. Post-Hardcore, Emo und Alternative prallen wiederholt aufeinander. Einzig „All On Me“ gestaltet sich als verzichtbares Experiment, der Rest unterhält mit wachsender Begeisterung und gutem Songwriting von vorne bis hinten. Das zehnte Album der Kanadier bringt alle Qualitäten auf den Punkt, lässt sich mitsingen, mitbrüllen und bejubeln – wie sich das eben gehört.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.03.2020
Erhältlich über: UNFD (Membran)

Website: www.silversteinmusic.com
Facebook: www.facebook.com/silversteinmusic

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Category: Magazin, Reviews

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