High Fighter – Champain

| 26. Juli 2019 | 0 Comments
High Fighter

(c) Basti Grim

Was fehlt diesem brütend heißen Sommer noch? Richtig, der passende Soundtrack. Hier geht es nicht etwa um den nächsten Sommerhit, sondern um eine Sammlung von Tracks, welche diese einzigartige Stimmung – teils zermürbend, teils von Glücksgefühlen durchzogen – transportieren kann. High Fighter aus Hamburg treten nun auf den Plan. Das Quintett wollte nach dem Release ihres Debüts „Scars & Crosses“ überraschen, und das ist tatsächlich auch gelungen. „Champain“ erweist sich als doomiger Stoner-Sludge-Nackenschlag erster Güteklasse.

„Before I Disappear“ zeigt als Opener eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Schnell wird die Schlagzahl erhört, bevor Mona Miluskis einnehmende Präsenz aufhorchen lässt. Von fiesen, giftigen Growls bis zu beinahe bluesigem Gesang ist hier alles dabei, in feinste, süßliche Doom-Riffs gekleidet. „Shine Equal Dark“ erhöht die Schlagzahl direkt und schielt sogar ein wenig gen Core und Death. Mehrere Druckwellen pressen förmlich an die Wand, rauben sämtliche Sinne, spucken Gift und Galle. Mit sympathischer Kompromisslosigkeit und gekonntem Wechsel in getragenere Gefilde entwickelt sich ein fieser Sprinter mit hohem Suchtfaktor.

In weiterer Folge reihen sich die kurzweiligen Exkurse in lockerer Abfolge aneinander. „When We Suffer“, dieses bekömmliche Kleinod mit Anton Lisovoj von Downfall Of Gaia, führt anfangs auf gemächliche Stoner-Rock-Fährten, nur um sich urplötzlich auszukotzen und die Atmosphäre gekonnt zu vergiften. Im ellenlangen „Another Cure“ werden High Fighter zu Sinnsuchenden, gehen auf eine wüste Reise durch Raum und Woarrrgghhh, nur um am Höhepunkt eine weitere großartige Hook auszupacken. Der abschließende Titelsong kondensiert den kompletten Wahnsinn schließlich auf viereinhalb Minuten und bringt sogar einen Hauch Stoner-Punk ein.

„Champain“ erhöht die Schlagzahl deutlich und erweist sich als Punktlandung. War das Debüt bereits eine kurzweilige Platte, so entpuppt sich der Nachfolger als feine Wutprobe mit wuchtigem Dauerdruck, feinsinnigen Überraschungen und genereller musikalischer Cleverness auf allen Ebenen. High Fighter explodieren am laufenden Band, wirken noch besser aufeinander eingestimmt und schreiben unwahrscheinlich bissige, zugleich leidenschaftliche Songs. Ob himmlisch schön oder gekonnt abstoßend – hier braut sich Großes zusammen.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 26.07.2019
Erhältlich über: Argonauta Records

Facebook: www.facebook.com/HighFighter

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Category: Magazin, Reviews

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