Lacrimas Profundere – Bleeding The Stars

| 25. Juli 2019 | 0 Comments
Lacrimas Profundere

(c) Christian Vogel

Vor drei Jahren hatten Lacrimas Profundere neue Höhen erreicht. „Hope Is Here“ platzierte sich erstmals in den Top 30 der deutschen Albumcharts, kurze Zeit später ging man auf Welttournee, die sogar nach Dubai führte. Gründungsmitglied Oliver Nikolas Schmid wollte die Band zurück zu den epischen Doom-Wurzeln führen, was weitestgehend auf Ablehnung stieß. Sänger Roberto Vitacca verließ die Band, der Rest sollte während den Aufnahmesessions abdanken. Mit Rückkehrer Dominik Scholz an den Drums und dem neuen Frontmann Julian Larre folgt nun der Neuanfang mit vertrauten Klängen. Auf „Bleeding The Stars“ schließt sich der musikalische Kreis.

Tatsächlich gab es bei den zehn neuen Songs – auf der Bonus-CD findet sich zudem exklusives Material, das nicht bei Streaming-Diensten zu hören sein wird – nur wenige Vorgaben. Doom, Gothic und Dark Metal geben sich die Klinke in die Hand, und keinem Track gelingt das besser als „Like Screams In Empty Halls“. Bleierne Schwere, Larres beschwörende und doch so bewegende Stimme (in den tiefen Bereichen werden zarte Erinnerungen an Ville Valo wach) sowie ein überlebensgroßer Refrain zwischen tiefer Trauer und feinstem Hoffnungsschimmer berühren. In knapp vier Minuten bringen Lacrimas Profundere ihren neuen, alten Sound auf den Punkt und nehmen sich zwischenzeitlich sogar Zeit für angenehm drückende Riffwände.

Natürlich klingt diese neue Platte anders, aber eben nicht nur. Das unwahrscheinlich süßliche „A Sip Of Multiverse“ weckt mit seinem von Streichern aus der Dose begleiteten Chorus wohlige Erinnerungen an jüngere Releases. Hingegen wird „Mother Of Doom“ seinem Namen gerecht und packt ordentlich Wucht aus. „I Knew And Will Forever Know“ besinnt sich als Opener schließlich vollends auf die Death-Doom-Wurzeln der Band. Fiese Growls fahren durch Mark und Bein. Dass danach der an HIM erinnerte, durchaus radiofreundliche Düster-Rocker „Celestite Woman“ folgt, passt ins Bild.

So ganz wollen sich Lacrimas Profundere vom Sound ihrer letzten Alben nicht verabschieden, wagen über weite Strecke aber eben doch die angekündigte Rückkehr zu den Wurzeln. „Bleeding The Stars“ sprengt die Erwartungshaltung und liefert gleich mehrere kleine Hits, begleitet von an Swallow The Sun erinnernde Brachialgewalt. Beklemmende Stimmung und unverschämt gutes Songwriting, dazu ein richtig starker neuer Sänger – musikalisch hat das Trio alles richtig gemacht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.07.2019
Erhältlich über: Steamhammer / Oblivion (SPV)

Website: www.lacrimas.com
Facebook: www.facebook.com/lacrimasprofundereofficial

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Category: Magazin, Reviews

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