Evangelist – Deus Vult

| 17. Dezember 2018 | 0 Comments
Evangelist

(c) Nine Records

Die Herren hinter Evangelist haben ein Herz für klassische Doom- und Metal-Klänge. Seit 2008 widmet man sich der alten, epischen Genre-Schule mit wachsender Begeisterung, brachte zwei Studioalben und ein paar Kleinformate hervor, dann legten gesundheitliche Probleme alle weiteren Pläne erst einmal auf Eis. Nun scheint endlich wieder Leben in die Bude eingekehrt zu sein und so erscheint, fünf Jahre nach dem letzten Full-Length-Werk, schließlich „Deus Vult“.

Was sich in knapp unter einer Dreiviertelstunde abspielt, lässt die Luft im Zeitlupentempo brennen, denn wie sich das für episch-doomige Klänge nun einmal gehört, lassen sich Evangelist schön Zeit. Stört aber nicht, denn die Mischung aus Heavyness und klassischen Metal-Sounds kommt gut. Wenn dann auch noch, wie in „Memento Homo Mori“ ausladende Gesten und ein wenig Drama hinzukommen, macht das schon einiges her. Klar, es handelt sich hierbei auch noch um den sperrigsten Song, gerade was das Gefälle zwischen Strophen und Refrain betritt, und doch macht der leicht kaputte Track Sinn.

Wie auch der Rest des Albums, übrigens. „The Passing“ bewegt sich in gängigeren Mustern mit seinem bleiernen Auftreten, geschickt mit süßlicher Melodik vermischt. Wunderbar entrückter Gesang trifft auf angedeutete Flüstertöne, wenig später entwickelt sich ein netter Track zur monumentalen Hymne. Der Opener „God Wills It“ führt zunächst auf die falsche Fährte, deutet Live-Sounds an, und gibt sich schließlich geradezu manischer Schwere hin, von einem grandiosen Gitarrensolo gekonnt abgerundet. Am anderen Ende des Albums wartet das überlange „Eremitus (Keeper Of The Grail)“ mit einem Hauch von Griftegård im Sound. Man vermisst sie jetzt schon.

Natürlich dauert es mitunter eine ganze Weile, bis das hier ins Rollen kommt – Genre-typisch, will man schon murmeln – und doch lässt diese angedeutete Gemütlichkeit „Deus Vult“ noch eine Spur stärker erscheinen. Wirklich sperrige, komplexe Momente bleiben Mangelware, und doch bleiben Evangelist stets anspruchsvoll, herausfordernd, trotz vertrauter Klänge alles andere als gewöhnlich. Mächtiger Doom und epischer Heavy Metal geben sich die Klinke in die Hand für ein von vorne bis hinten stimmiges Album, den perfekten Jahresabschluss im Zeitlupenformat.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.12.2018
Erhältlich über: Nine Records

Website: evangelistdoom.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/evangelistmetal

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Category: Magazin, Reviews

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