Kite – The All-Penetrating Silence

| 6. Juni 2018 | 0 Comments
Kite

(c) al_x

Kite lassen sich gut und gerne als Teilzeit- bzw. Nebenbei-Projekt verstehen. Zwar gibt es die Norweger mittlerweile seit 20 Jahren, bislang sprangen jedoch nur zwei Alben und ein paar Kleinformate heraus – man betätigt sich immer wieder bei anderen Bands. Nun hat das eigentliche Trio, welches in dieser Form seit 2007 besteht, wieder einmal für ein paar Momente höchste Priorität. Auf ihrer EP „The All-Penetrating Silence“ setzt es leicht psychotischen Sludge mit mächtigen Hooks.

Über den Innovationsgrad dieser vier Songs bzw. 26 Minuten darf man freilich geteilter Meinung sein. Unterhaltsam ist der Stoff allemal geworden, denn bereits der eröffnende Titelsong macht verdammt viel richtig. Dezente Stoner-Rock-Reste spenden, gemeinsam mit einem Hauch Klargesang, melodisch-hymnische Frische, rundherum wird es dafür verdammt zäh, bissig und evil. Das geht mit wachsender Begeisterung an die Substanz, gerade angesichts der unwahrscheinlich kargen, entstellten und schmerzverzerrten Schreie.

Diese ziehen sich natürlich auch durch sämtliche anderen Tracks. In „Entropic Ruin“ explodiert der Heavyness-Grad regelrecht, zugleich schält sich jedoch so etwas wie ein Refrain aus dem Dickicht, natürlich herrlich widerspenstig. „Pissingwell“ lullt geradezu ein, etwas ruhiger und geordneter. Das hat stellenweise etwas von den proggigeren Mastodon, und wirkt dennoch total abgefuckt. Und dann ist da noch „Sin Beyond Sin“, der ellenlange Rausschmeißer. Immer lauter werden die Schreie, die Gitarren nehmen zusätzliche Dissonanzen auf. Hören und Sehen vergehen zusehends.

Klar, man muss seinen Sludge-Sound schon ziemlich abgefuckt mögen, um an „The All-Penetrating Silence“ echte Freude zu finden. Eingängige Momente mögen vorhanden sein, werden jedoch vornehmlich hinter angedeutetem Psychoterror und ausladender Heavyness versteckt. Kite machen alles richtig und zeigen zunächst, dass mit ihnen, selbst nach langen Pausen, stets zu rechnen ist. Wären diese bloß nicht immer so lang.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.06.2018
Erhältlich über: Sludgelord Records (Download-EP)

Facebook: www.facebook.com/kitenorway

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Category: Magazin, Reviews

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