Darkest Color – Deal With Pain

| 2. Mai 2018 | 0 Comments
Darkest Color

(c) No Remorse Records

Warum zum Henker sollte man sich für das Album einer griechischen Thrash Metal-Band, das vor ca. 30 Jahren geschrieben und nie aufgenommen wurde, heute interessieren? Der Release der ersten und einzigen Platte von Darkest Color verwundert entsprechend. Ein dickes Ding in der lokalen Szene, gaben sich die Griechen live die Ehre, brachen jedoch vor den Album-Aufnahmen auseinander. Diese wurden 2016/17 endlich nachgeholt und so steht mit „Deal With Pain“ nun eine faustdicke Überraschung in den Läden.

Musikalisch bewegen sich die neun Songs zwischen den Pionieren der Bay Area und den deutschen Größen Sodom und Kreator. Vertraute Referenzen sind natürlich eine schöne Sache. Noch besser ist allerdings, dass die Tracks auch tatsächlich was können. Dabei fällt der Start denkbar holprig aus: „Darkest Color“ verliert sich in einer Unmenge Riffs und komplexen Wendungen, findet erst spät zu sich selbst und packt kehlige Bosheit in die zweite Songhälfte. Bereits das folgende „Politician“ macht so ziemlich alles besser und atmet den Geist seiner Entstehungszeit. Die Mitschreiparts erinnern zudem an die eigentliche Ausrichtung als Live-Wellenbrecher.

Einer der besten Tracks dieses stark verspäteten Debüts versteckt sich an dessen Ende: Auch „The End (Black End)“ wirkt zunächst etwas holprig, legt jedoch deutlich schneller den Schalter um und rumpelt mit ungeahnter Präzision und purer Spielfreude aus den Boxen. „Jesus Christ“ zeigt Darkest Color in Bestform. Geschickt springen sie zwischen verschiedenen Geschwindigkeitsstufen umher, wechseln von Sprint zu Groove und Midtempo in Windeseile. Mit dem bezeichnend betitelten „Slam Dance“ hat sich sogar ein schön abgefuckter Nackenbrecher eingeschlichen.

Klar bleiben frische Akzente Mangelware – angesichts Entstehungszeit und Genre war das aber auch zu erwarten. Was für manche wohl als Makel durchginge, etabliert „Deal With Pain“ als Stärke. Durchaus manische Energie, ein gutes Gefühl für Tempo-Verschleppung und überaus präzise Riffs mit live-tauglicher Arrangierung sorgen für eine kleine Mosh-Party in den eigenen vier Wänden. Vielleicht bleibt es bei dieser einen Platte, vielleicht starten Darkest Color jetzt erst so richtig durch. Bärenstark und kurzweilig ist dieses Thrash-Kleinod allemal geworden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.05.2018
Erhältlich über: No Remorse Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/thomas1970.darkest

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Category: Magazin, Reviews

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