Thrust – Harvest Of Souls

| 25. April 2018 | 0 Comments
Thrust

(c) Pure Steel Records

Aktuell wagen gleich mehrere Metal-Urgesteine ein Comeback. Nach Leather sind nun Thrust an der Reihe, deren Wege sich nach dem Release des Debütalbums „Fist Held High“ 1984 weitestgehend getrennt hatten, als alle Mitglieder außer Ron Cooke zurück nach Chicago gingen. Ein zweites Album blieb bis 2015 unveröffentlicht, eine weitere Neuaufstellung 2002 rund um „Invitation To Insanity“ blieb nur von kurzer Dauer. Cooke schart nun ein neues Team, teils um Mitglieder der „Invitiation“-Ära aufgebaut, um sich, und wagt mit „Harvest Of Souls“ den nächsten Neustart.

Den Gesang übernimmt nun Eric Claro, seit Mitte der 80er in der L.A.-Metal-Szene aktiv und zuletzt mit Scarred unterwegs. Tiefere Töne, ordentlich Druck und ein dezenter Hang zur Theatralik kommen den zehn neuen Thrust-Tracks durchaus entgegen. Zu den Highlights zählt „Sorceress“ mit seinem langsamen Aufgalopp und einer mächtigen Portion NWOBHM. Was in den Strophen herrlich unauffällig wirkt, erhebt sich zu einem hymnischen Refrain der Extraklasse. Mit einfachen Mitteln bleibt der Track hängen und lässt sich herrlich mitsingen.

Natürlich decken die US-Amerikaner alles ab, was das Genre zu bieten hat. „Feel The Pain“ entpuppt sich als treibende und doch zurückgenommene Midtempo-Wuchtbrumme, „Shadow Of The Cross“ verbindet die klassische Power-Ballade mit muskelbepackten, beinahe doomigen Sounds und der Opener „Deceiver“ schielt in Richtung Power-Metal-Sprint, bloß etwas kantiger und bissiger. „Kill Or Be Killed“ wird schließlich zum gemächlichen und doch so erhabenen Schlachtruf.

Generell scheinen sich Thrust in Midtempo-Gefilden wohlzufühlen, denn hier spielen sie sämtliche Stärken aus – siehe und höre die zweite Hälfte des genialen „Shadow Of The Cross“ wie auch die Überhymne „Sorceress“. Schlichte Mittel, starker Gesang und eine gesunde Portion Retro-Energie treiben das zweite Comeback an. „Harvest Of Souls“ klingt im besten Sinne wie aus der Zeit gefallen und schlägt die Brücke zwischen alter und neuer Metal-Schule. Da darf man schon mal die Hörner in die Luft werfen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.04.2018
Erhältlich über: Pure Steel Records (Soulfood Music)

Website: www.thrustonline.com
Facebook: www.facebook.com/Thrust-564068597016948

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Category: Magazin, Reviews

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