LLNN – Deads

| 24. April 2018 | 0 Comments
LLNN

(c) Pelagic Records

Die post-metallische Explosion der Dänen LLNN suchte vor zwei Jahren ihresgleichen. Kurz nach dem viel zu frühen Ende von The Psyke Project veröffentlichte das Quartett sein sämtliche Sinne raubendes Debüt „Loss“, schnell von einer starken Split mit Wovoka gefolgt. An eine kreative Pause ist nicht zu denken, denn nun liegt bereits das zweite Album vor. „Deads“ gibt sich noch eine Spur aggressiver und direkter, vertieft zudem frühere synthetische Ansätze gekonnt.

Wie geschickt diese Welten nunmehr miteinander kollidieren, illustriert der abschließende Titelsong vielleicht am besten. „Deads“ bäumt sich mehrmals auf, von tiefschwarzen Zäsuren unterbrochen. Urplötzlich nimmt der Siebenminüter eine Synthi-Wendung, blubbert und sucht für wenige Momente. Pop geht anders, denn die katastrophalen Klangwellen dienen mehr als Unterstützung für die kaum greifbare apokalyptische Power der Dänen. Falsche Enden und ein finaler Sprint setzen diesem Machwerk die Krone auf.

„Armada“, der zweite Gigant, hängt noch eine Minute dran. Was zunächst wie konstanter Aufbau gen Kollaps anmutet, fällt zunächst in einen Sumpf aus Synth und Djent, nur um mit fieser Post-Sludge-Energie über die Ziellinie zu stapfen. Natürlich geht es auch ein wenig kürzer und direkter, wie der mächtige Opener „Despots“ illustriert. Kaum vom synthetischen Intro befreit, stampfen LLNN gar lautmalerisch durch die Szenerie. Ein „Deplete“ tastet sich für wenige Momente sogar gen Black Metal vor, nur um schließlich doch bei seinen überlauten, unbequemen Leisten zu bleiben.

Große Innovationen sucht man hier vergebens, was im Falle LLNNs ein Glück ist. Die Dänen wissen genau, welche Knöpfe sie drücken müssen, um Köpfe explodieren zu lassen. „Deads“ ist die erwartet brachiale und kaputte Platte geworden, bei der Hoffnung keine Chance hat. Ein Hauch mehr Synthetik kommt überraschend gut, betont die Explosionen und intensiviert die apokalyptische Stimmung. Unterm Strich bleibt ein mehr als gelungenes zweites Album, ganz ohne vermeintlichen Fluch.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.04.2018
Erhältlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/llnnband

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Category: Magazin, Reviews

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