Awooga – Conduit

| 16. April 2018 | 0 Comments
Awooga

(c) Ross Miller

Der britischen Sci-Fi-Kult-Comedy-Serie „Red Dwarf“ entliehen, beschreibt Awooga den Klang der schiffseigenen Alarmsirene. Von der gleichnamigen Band geht allerdings keine Bedrohung aus – sie klingen eher wie eine unheilige Allianz von Mitgliedern von Alice In Chains, Tool und TesseracT. Das Trio aus Sheffield lässt die moderne Prog-Rock-Schule mit dicken (Post-)Grunge-Gitarren und metallischen Untertönen kollidieren. Was unorthodox und doch unwahrscheinlich vertraut klingt, wird auf dem Debütalbum „Conduit“ auf die Spitze getrieben.

Mit dem atmosphärisch aufgeladenen und doch angenehm breitbeinigen „Temporal“ heben Awooga nach einem langen Intro ab. Sobald die Gitarren einsetzen, wird der aktuelle Tour-Support-Slot für Amplifier nachvollziehbar: Es knistert und knackt, zugleich breiten sich warme Junius-Soundscapes aus. Tam Alis helle und doch so druckvolle Vocals geben den Takt an, der dichte Mix und die Alternative-Wall-of-Sound-Präsentation sorgen für den nötigen Tiefgang. In den instrumentalen Passagen kokettieren Awooga ein wenig mit metallischen Ausflügen, halten sich jedoch wacker in gemäßigteren Bereichen.

Wer es etwas härter und zugleich komplexer mag, lässt sich vom überlangen „Witness“ in sämtliche Einzelteile zerlegen. Von beinahe Ambient-haften Flächen über Stakkato-Riffs und Distortion-Attacken bis zu futuristischen Prog-Vibes ist hier alles am Start. „Waterhole“ entpuppt sich als muskulöser Gegenpol – kurz, heavy und auf den Punkt arrangiert. Bleierne Gitarren lockern den Klangwall auf, die Alice In Chains-Referenzen sind hier deutlicher denn je. Auch „Tabula Rasa“ schlägt ein wenig gen Dampfhammer aus, konzentriert sich aber dennoch auf das Wesentliche. Schroffe Gitarrenläufe fahren ins Leere und kommen letztlich doch wieder der dichten Atmosphäre zugute.

Klar, ‚Atmosphäre‘ ist das Schlüsselwort dieses Debütalbums. Während andere jüngere Bands noch auf der Suche nach ihrem Sound sind, haben Awooga diesen längst gefunden. So intensiv, heavy und doch tiefenentspannt klingen aktuell nur wenige andere Zeitgenossen. „Conduit“ wirkt frisch und doch vertraut, spannt den Bogen von knackigen Sprintern bis zum epischen Prog-Exkurs und lässt zugleich offen, wohin die Reise gehen könnte. Genug kriegt man von dieser Platte so und so kaum.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.04.2018
Erhältlich über: Rockosmos (AL!VE)

Website: www.awoogaband.com
Facebook: www.facebook.com/Awoogaband

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Category: Magazin, Reviews

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