Ulvedharr – Total War

| 14. August 2017 | 0 Comments
Ulvedharr

(c) Jean-Luc Lo Cicéro

Aus der italienischen Lombardei kraxeln vier Herren Schritt für Schritt aus dem Underground empor. Die erst 2011 gegründeten Ulvedharr veröffentlichen beinahe im Jahrestakt Alben und EPs mit angeschwärztem Death-Thrash der besonders fiesen Sorte und historisch inspirierten Texten. Auch auf ihrem mittlerweile dritten Studioalbum „Total War“ decken sie so unterschiedliche Bereiche wie den Aufstieg und Fall des Römischen Reichs, die Eroberungszüge der Germanen und die Wirren des Mittelalters ab.

In neun Kapiteln (plus Intro und Outro) tanken sich die Italiener durch Hochgeschwindigkeitsattacken und manische Groove-Parts, hörbar von Unleashed und Entombed inspiriert, wenn auch mit deutlichem Thrash-Fokus versehen. Schnell bleibt die eine oder andere Monstrosität hängen, ein „Inquisition“ hat sogar Hit-Qualitäten. Zugegebenermaßen beginnt der Fünfminüter einigermaßen generisch mit wütenden Attacken, bemüht sich aber mit fortlaufender Spieldauer mehr und mehr um infernale Melodik und nimmt zwischendurch das Tempo sogar komplett heraus, um eine Art Toxic Waltz anzustimmen.

Auf diesen Nackenbrecher folgt mit dem Titelsong „Total War“ dessen kleiner Bruder. Der Thrash-Anteil wird weiter und weiter in die Höhe geschraubt, dazu kommen herrlich krachende, zuweilen gar schrille Melodien und Riffs, die sogar einen Hauch von Saitenhexerei andeuten. Wieder eine Tür weiter geht „Legion“ vergleichsweise straight nach vorne und packt eine ordentliche Dosis Black Metal obendrauf. Das überlange „Flagellum Dei“ wirft schließlich alles in einen Topf, verweilt aber zu lange in etwas belanglosen, rein instrumentalen Gefilde, bevor der finale Höllenritt erfolgt.

Spannend und doch ausbaufähig: „Total War“ ist alles, nur keine einfache Platte. Langsam anrollend, entladen sich die zuweilen stark an Ex Deo erinnernden Tracks in mächtigen Wellen und punkten gerade in den etwas melodischeren, gemächlicheren Gefilden, während die angeschwärzten Blendgranaten doch ein Stück weit generisch wirken. Und doch entpuppt sich das dritte Ulvedharr-Album als unterhaltsames Kleinod mit Grower-Faktor und Faible für Nackenschmerzen – perfekt für bissige, griffige Action zwischendurch.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 18.08.2017
Erhältlich über: Scarlet Records / Audioglobe (SPV)

Website: www.ulvedharr.com
Facebook: www.facebook.com/Ulvedharr

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Category: Magazin, Reviews

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