GlerAkur – The Mountains Are Beautiful Now

| 21. Juli 2017 | 0 Comments
GlerAkur

(c) Hafdis Jod

Was auch immer bei den Isländern im Trinkwasser mitschwimmt, bringt großartige Musiker hervor, gerade für ein derart kleines Land. Jüngstes Beispiel: Komponist und Sound-Designer Elvar Geir Sævarsson. Wenn er nicht gerade für das Isländische Nationaltheater arbeitet, bemüht er sich unter dem Pseudonym GlerAkur (dt. „Glasfeld“) um instrumentale Post Rock-, Drone- und Ambient-Hybriden. Stimmungsvoll „The Mountains Are Beautiful Now“ betitelt, legt Sævarsson mit seinem ersten Album eine Punktlandung hin.

Langsam und gemächlich tastet sich GlerAkur an dieses erste Album heran. „Augun Opin“ wird erst in den letzten Minuten eine Spur lauter mit einer Mischung aus Post Rock und Soundtrack-Arbeit, wirkt aber direkt süßlich im direkten Vergleich zu den schroffen, mit Doom und Black Metal untermalten Klängen von „Can’t You Wait“. „Hallalone“ nimmt hingegen die Melodie des Openers einmal mehr auf für eine minimalistische Ambient-Klangübung. Die schroffen Drone-Stakkato-Attacken am Ende von „Fagurt Er Á Fjöllum Núna“ wirken dadurch umso härter und überraschender, gerade im Zusammenspiel mit dezenten Industrial-Einflüssen.

All das wird jedoch von „Strings“ überragt, das mehr als 15 Minuten lange Herzstück dieses Einstands. Tatsächlich packt Sævarsson hier alles rein, was sein GlerAkur-Projekt ausmacht: Der langsame, gemächliche Aufbau zwischen Post Rock und Ambient mit synthetisch angehauchtem Unterbau und minutenlangem Verharren auf einer schlichten Melodie macht nur den Anfang. Gleich mehrfacht explodiert der Track, durchaus cineastisch, von gesampelten Strings begleitet. Lauter und lauter wird der Song, stürzt sich zum Ende hin sogar in kleinere Noise-Kaskaden und bleibt seiner süßlichen, bewegenden Melancholie doch die gesamte Spieldauer hindurch treu – ein wahres Meisterwerk.

Es braucht schon ein paar Durchläufe, bis „The Mountains Are Beautiful Now“ mit seiner gewaltigen Bandbreite und der schwankenden musikalischen Stimmung einigermaßen Sinn ergibt. Geduld lohnt sich allerdings, denn die multiplen Explosionen, wohligen Ambient-Exkurse und schroffen, martialischen Husarenritte wissen für sich durch die Bank zu unterhalten. Eigentlich wäre dieses Debüt alleine schon für „Strings“ den Kauf wert, doch letztlich hat GlerAkur rundherum noch einige weitere unterhaltsame Exkurse durch sein Schaffen angefügt, die immer wieder aufs Neue bewegen und begeistern.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 21.07.2017
Erhältlich über: Prophecy Productions (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/glerakur

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Category: Magazin, Reviews

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