Hymn – Perish

| 15. Februar 2017 | 0 Comments
Hymn

(c) Svart Records

Infernale Schmerzensschreie. Ellenlange Weltuntergangsszenarien. Die unheilige Kollision von Doom, Sludge und ungebündelter Wut. So oder so ähnlich ließe sich der Sound von Hymn beschrieben. Das Duo aus dem Underground der norwegischen Hauptstadt Oslo setzt seit mittlerweile vier Jahren auf rohe, zugellöse Heaviness mit doomigem Grundtenor und reihenweise Ausbrüchen in unterschiedlichste musikalische Gefilde. Mittlerweile schnappte auch Svart Records zu, wo nun das Debütalbum „Perish“ erscheint.

Fünf Kapitel sowie ein kurzes Intro schinden mächtig Eindruck und erinnern schon mal an die dröhnende, verzweifelte Wucht der Hymn-Landsleute Tombstones. Reduziertes Kargland und laufende, pointierte Wutausbrüche erzeugen maximale Gänsehaut und Schockstarre. „Rise“, der erste Gigant mit über zwölf Minuten Spielzeit, bringt den unkonventionellen Sound des Duos auf den Punkt. Ellenlange Aufbauten, reduzierte Instrumentalpassagen und frustrierte Schreie durchziehen eine nicht enden wollende Monstrosität, die von verkrusteten Sludge-Riffs und sogar kurzen Black-Metal-Ausritten begleitet wird.

In ähnlicher Gangart gestaltet sich auch das übrige Album, natürlich mit dem einen oder anderen Ausritt inklusive. „Spectre“ treibt beispielsweise die schwarzmetallischen Anteile auf die Spitze und droht stellenweise im heraufbeschworenen infernalen Chaos zu versinken. Die schiere Wucht, mit der sich Hymn durch diese sechseinhalb Minuten peitschen, ringt maximalen Respekt ab. An anderer Stelle deutet „Serpent“ beinahe rockige Riffs an, nur um schließlich dem Doom-Gott karge, entstellte Gitarren und herrlich schleppende Rhythmen zu opfern.

Als Gratwanderung verlangt dieses Debüt alles ab. Sägende Gitarren und wütende, furiose Vocals gehen unter die Haut. Freilich, der Sound von Hymn ist überaus gewöhnungsbedürftig und im Grunde richtig schön hässlich. Hinter der unkontrollierten Wut und den ellenlangen, komplexen Arrangements von „Perish“ stecken allerdings nackte Emotionen, die gleichermaßen bewegen und aufwühlen. Gewöhnungsbedürftig? Allemal, aber in seiner puristisch-minimalistischen Präsentation ein echter musikalischer Gewinn.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.02.2017
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/HYMN-214614995268230

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Category: Magazin, Reviews

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