Fvnerals – Wounds

| 11. Oktober 2016 | 0 Comments
Fvnerals

(c) Golden Antenna Records

Was ist eigentlich Schönheit? Freilich, sie liegt im Auge des Betrachters, und so ist es alles andere als einfach, dieses somit abstrahierte Konzept greifbar zu gestalten. Anders gefragt: Ist das, was Fvnerals machen, schön? In ihrer ruppigen und dennoch beinahe spirituellen, minimalistischen Herangehensweise an Doom, Drone und Avantgade erinnern sie ein wenig an Earth, dann flackert wieder ein kleines, hoffnungsvolles Flämmchen auf und verheißt schönere Tage. Auf „Wounds“ sucht das schottische Trio eine nicht näher bekannte Entität und wird fündig oder scheitert, je nach Sichtweise.

Betont zäh, beinahe martialisch schreiten die beiden Herren mit Sängerin und Bassistin Tiffany Strom voran. Ihre klare, eindringliche und doch vergleichsweise weiche Stimme verleiht dem Sound Fvnerals‘ eine zusätzliche Bedeutungsebene. Wie sie über dem braven und doch so schroffen „Teeth“ thront, ringt Respekt ab. Erst gegen Ende wird es ein klein wenig lauter, schlagen die Gitarren für wenige Augenblicke stärker an. Rundherum regieren stoische Ruhe und Gleichförmigkeit, getragen von cleverem Minimalismus und emotional aufwühlender Behäbigkeit.

Nur selten wird es laut und schroff, doch eben jene Gefühlsausbrüche verleihen „Wounds“ besondere Würze. Ein „Antlers“ spielt mit Noise-Facetten und bissigen, herrlich in sich zerrissenen Gitarren, braust gar heftig auf und sucht nach dem Sinn des Lebens. Im Titelsong wird Strom selbst sogar ein wenig lauter und wechselt in deutlich höhere Register. Der süße Schmerz wird zum Begleiter durch sechs besonders unwirtliche und doch beinahe versöhnlich anmutende Minuten.

Ob Fvnerals als musikalisch ewig Suchende jemals fündig werden? „Wounds“ ist ein gesunder Schritt in die richtige Richtung; das dritte Album des Trios aus Glasgow wühlt immer wieder auf, reißt die im Titel angesprochenen Wunden konstant aufs Neue auf und streut eine Mischung aus beißendem Salz und wohltuendem Balsam. Im Falle der Schotten ist der Weg das Ziel, stehen Atmosphäre und Gesamteindruck über Detail und Melodik. Auch das ist schön, auf seine ureigene Art und Weise.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.10.2016
Erhältlich über: Golden Antenna Records (Broken Silence)

Website: www.fvnerals.com
Facebook: www.facebook.com/Fvnerals

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Category: Magazin, Reviews

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