Throttlerod – Turncoat

| 4. Juli 2016 | 0 Comments
Throttlerod

(c) Small Stone Records

Throttlerod – einer dieser Namen, die irgendwo an der Peripherie auftauchen, letztlich aber dem breiten Publikum verborgen bleiben. Das liegt vielleicht am durchaus umständlichen Importweg, den man bis dato für ihre Platten auf sich nehmen musste, sowie den langen Abstand zwischen eben jenen Tonträgern. Dabei sollte der kantige Alternative Rock mit Southern- und Noise-Fragmenten eigentlich auch in europäischen Gefilden seine Abnehmer finden, zumal auch das neue Werk „Turncoat“ unterhält und endlich auch einen Österreich-Release erhält.

Knapp sieben Jahre sind seit der letzten Platte vergangen. In der Zwischenzeit festigte sich nicht nur das übersichtliche Trio-Line-up, erstmals wagten die US-Amerikaner an einen Produzentenwechsel und vertrauten auf die Fähigkeiten von J. Robbins, der bereits Clutch und Against Me! unter die Arme griff. Dieser Mut zur Veränderung macht sich bezahlt, denn alle zwölf Tracks unterhalten auf ihre ureigene Weise. Mit leichtem Southern-Twang und roher Energie nimmt „Bait Shop“ sogleich mit auf die große Reise. Matt Whitehead klingt ein wenig wie John Bush, die Rhythmusabteilung powert gleichmäßig nach vorne, dazu kommt ein kurzer aber prägnanter Refrain und ein kleines Gitarrensolo – etwas vertraut, etwas Setzkasten, und doch ganz viel Seele.

Bereits das folgende „Lazy Susan“ zeigt die sperrige Seite der US-Amerikaner auf. Natürlich bleibt der eingängige Gitarrenangriff nach vorne erhalten, rundherum hagelt es allerdings Zäsuren, Breaks, Düsternis und verkopfte, Melvins-taugliche Ideen. Was sich sperrig liest, macht unheimlich Laune, denn weite Teile dieser Platte leben von ihrer unverkennbaren Atmosphäre. Ein „Breadwinner“ wird von brodelnden Bassläufen nach vorne getragen, jodelt im Refrain kurz auf und stampft durch gar metallische Gefilde, während das Midtempo-Powerhouse „You Kicked My Ass At Losing“ Southern- und Blues-Einflüsse durch den Post-Grunge-Fleischwolf dreht.

Tatsächlich unterhält das betont kauzige und doch Ohrwurm-kompatible Auftreten Throttlerods durchgehend. Zwischen den ruhigen Momenten von „Every Giant“, dem verkopften „Lima“ und der überlebensgroßen Abschlusshymne „The Guard“ gestaltet sich „Turncoat“ trotz Überlänge als geschmackvolle, kurzweilige Platte. Große Stimme, leicht kaputte Arrangements und eine packende Melodie um die nächste Ecke – was sich hier abspielt, ist im besten, positiven Sinn skurril und ungewöhnlich.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.07.2016
Erhältlich über: Small Stone Records (Cargo Records)

Website: www.throttlerod.com
Facebook: www.facebook.com/Throttlerod

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Category: Magazin, Reviews

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