CB Murdoc – Here Be Dragons

| 1. Juli 2016 | 0 Comments
CB Murdoc

(c) Vicisolum Productions

Da sind sie wieder, ganz urplötzlich, als wären keine vier Jahre seit dem letzten Album vergangen. CB Murdoc, die Quasi-Nachfolgeband von Mörk Gryning, waren mit „The Green“ angetreten, um dem damals vorherrschenden Djent-Trend ihren ureigenen Stempel aufzudrücken. Aus dem Nichts erscheint nun ein Nachfolger, der die extreme Spielart des Debüts konsequent weiterdenkt. Noch proggiger, noch tödlicher, noch verspielter: „Here Be Dragons“ fährt durch Mark und Bein.

Geht dieses Chaos noch als kontrolliert durch? Stetig scheint diese Platte aus den Fugen zu geraten, nur um schließlich doch wieder in geregelte Bahnen zurückzufinden, und das vom ersten bis zum letzten Moment. Wenn „Objecting Projection“ beispielsweise kopfüber gen Tech-Death-Wollmilchsau steuert, dann aber wieder wundersame Melodiebögen auspackt und schließlich auf destillierte Djent-Power zusteuert, ist guter Rat teuer. Noch ein wenig Noise hinzugemischt, ein paar repetitive Muster und fiese Vocals eingestreut, fertig ist der Chaot.

Titel wie „Rage Enabler“ sind Programm. In drei kompakten wie rastlosen Minuten schlagen CB Murdoc wild um sich, nur um zum Abschluss einzelne Meshuggah-Riffs durchscheinen zu lassen. Diese gestalten weite Teile von „Everything Is Going To Be OK“ aus, das in manchen Momenten entfernt an Vildhjarta erinnert, dann wiederum meditiative Prog-Jams Richtung Black/Death zieht. Ein „Brood And Roaring Fires“ mit dezent melodischen Einflüssen, sich mehrfach überschlagendem Groove und herrlichen Uptempo-Attacken macht mindestens so viel Spaß.

Betont unorthodox und noch eine Spur wilder: CB Murdoc finden die nächste Stufe der musikalischen Evolution und rasten auf „Here Be Dragons“ vollkommen aus. Das gezielte, gekonnte Spiel mit den Extremen wird auf diesem zweiten Album zur Kunst und reißt zugleich auch die letzten potentiellen Genre-Mauern nieder. Hoher Blutdruck? Strapaziertes Nervenkostüm? Schwaches Herz? Vielleicht die einzigen Gründe, weswegen man einen Bogen um diese Platte machen sollte.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.06.2016
Erhältlich über: Vicisolum Productions / Sound Pollution (Rough Trade)

Facebook: www.facebook.com/cbmurdoc

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Category: Magazin, Reviews

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