Vildhjarta – måsstaden

| 25. November 2011 | 0 Comments

Vildhjarta

Djent hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre von der Beschreibung eines charakteristischen Sounds zu einem eigenen Genre entwickelt. Mit qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen von Bands wie TesseracT, Textures, Animals As Leaders oder Uneven Structure kann man anno 2011 von einem wahrlich pulsierenden Jahr für die Djent-Bewegung sprechen. Genau wie die eben erwähnte UK-Formation TesseracT haben auch die Schweden von Vildhjarta bereits lange Zeit vor dem Release ihres Debüts über das Internet ordentlich Staub aufwirbeln können. Nun ist der Erstling „måsstaden“ endlich da und das Ergebnis klingt mindestens genauso schaurig wie abgefahren.

Wie das gelungene Cover-Artwork vermuten lässt, handelt es sich bei dem insgesamt 13 Songs umfassenden Albums um ein Konzeptwerk, welches sich mit einer von der Außenwelt abgeschiedenen Märchenstadt auseinandersetzt. Dabei sollte man sich kein Disney-Märchen vor Augen führen, sondern sich eher an die Werke eines Tim Burton halten. Das Siebengespann bietet ein Wechselbad der Gefühle, angefangen bei wahnwitzigen, palm-muted, dissonanten Passagen bis hin zu schaurig-atmosphärischen Ambient-Parts. Klangtechnisch ins rechte Licht gerückt wurde die Platte von Jens Bogren (Devin Townsend, Opeth) .

Die Mischung mag zwar ungewöhnlich wirken, gehört im Djent-Bereich aber mittlerweile zur Standardformel. Was die Schweden von Bands wie Textures oder Tesseract unterscheidet, ist die noch um ein paar Tacken gruseliger, fast schon morbide ausgefallene Atmosphäre, die sich durch das gesamte Album zieht. Der Growl-Gesang klingt zum Beispiel um einiges derber und düsterer als beim Rest der Djent-Vertreter. Zu zahlreichen polyrhythmischen Stakkato-Riffs und Ambient-Passagen kommen vereinzelt auftretende Blast-Beats („Shadow“), schiefe Gitarrenläufe der Marke Sikth („Eternal Golden Monk“) und stimmig eingesetzte Effekte wie mechanische Poch-Geräusche oder verstörendes Babygeschrei (!) in „Benblåst“.

Nach dem kurzen instrumentalen Intermezzo „Östpeppar“ gibt es mit „Traces“ das erste richtige Highlight des Albums zu hören. Hier präsentieren sich die Jungs von ihrer facettenreichsten Seite und schrecken auch vor cleanen Vocals nicht zurück. Diese fügen sich übrigens gut in den Song ein und verleihen dem Track zusätzliche Tiefe. Die zweite Hälfte des Albums präsentiert sich nicht weniger nervenstrapazierend und verlang dem Hörer weiterhin noch einiges ab. Allen voran überzeugen „All These Feelings“ mit gespenstischer Keyboardbegleitung und das abschließende Gänsehautepos „The Lone Deranger“.

Anhänger technischer Metal-Kunst und die stetig wachsende Djent-Gemeinde sollten bei „måsstaden“ voll auf ihre Kosten kommen. Jedoch bedarf es wohl auch den ganz Hartgesottenen einige Hördurchgänge um so richtig warm mit der Platte zu werden. Das überrascht kaum, denn Vildhjarta stehen auf ihrem Erstschlag für Intensität pur.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.11.2011
Erhältlich über: Century Media (EMI Music)

Website: vildhjarta.com
Facebook: www.facebook.com/vildhjartaofficial

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Category: Magazin, Reviews

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