Dawn Of Disease – Worship The Grave

| 20. Juni 2016 | 0 Comments
Dawn Of Disease

(c) Mia Mane Photography

Auch auf ihrem mittlerweile dritten Studioalbum beweisen Dawn Of Disease Mut zur Hässlichkeit. Dieses Mal haben sich die Osnabrücker aber auch bitten lassen – massig Live-Aktivitäten, ein Labelwechsel und Konzentration auf den Songwriting-Prozess ließen nach dem Release von „Crypts Of The Unrotten“ gleich vier Jahre ins Land ziehen. Tatsächlich macht sich die Gewissenhaftigkeit bezahlt, denn „Worship The Grave“ ist das bislang beste Album der deutschen Nachbarn.

Vorneweg: Wer Überraschungen erwartet, wird enttäuscht, ist aber selbst schuld. Dawn Of Disease sind Traditionalisten im besten Sinne und ziehen ihren schwedischen Death Metal-Stiefel in klassischer Manier durch. Bereits der eröffnende Titeltrack macht so ziemlich alles richtig: rasende Attacken, fieses Gebolze, wohl dosierte Growls und sägende Gitarren bieten genau das, was man sich erhofft und erwartet. Gelegentlich wird die Angelegenheit minimal melodischer, wie unter anderem im druckvollen „Cult Of The Fading Light“, das obendrein mit feinen Soli versehen wurde.

Mehr davon? „Outsourcing The Brain“ sägt sich durch vier adrenalingeladene Minuten mit gelegentlichem Midtempo-Einschub, während „Ashes“ zunächst den Sprint nach vorne übt, dann aber mehr und mehr zum kleinen Melodic-Death-Monster mutiert und nach Göteborg schielt. Für den abschließenden Monolithen „The Sky Is Empty“ ziehen Dawn Of Disease schließlich alle Register. Brachiale Härte hier, Midtempo-Groove da, hymnische Melodien zum Drüberstreuen – sechs Minuten für Genre-Liebhaber.

Freilich, einen Originalitätspreis werden Dawn Of Disease nicht abstauben, aber das muss auch nicht sein. Wer die alte, schwedische Death Metal-Schule liebt, kommt an „Worship The Grave“ nicht vorbei. Wie keine zweite Band zieht das Quintett seinen traditionellen Stiefel durch und wirft dabei hochklassige, kurzweilige Tracks en masse ab. Selbst skandinavische Granden sollten sich hiervon beeindruckt zeigen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.06.2016
Erhältlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.dawnofdisease.com
Facebook: www.facebook.com/DawnOfDisease

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Category: Magazin, Reviews

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