Brutus – Wandering Blind

| 18. Mai 2016 | 0 Comments
Brutus

(c) Svart Records

Drei Schweden fanden in Oslo zwei Norweger – in der Landeshauptstadt nicht unbedingt ungewöhnlich – und gründeten eine Band, die sich im süffigen Rock der 60s und 70s besonders wohlfühlt. Pentagram und Black Sabbath stehen Pate für dieses Stoner-Gebräu mit dezentem Doom-Einschlag und mächtig Classic Rock. Wer auf Retro-Sound, einen Hauch von Ozzy, britische Industrie, Hard-Rock-Ursuppe und Wüste steht, wird an „Wandering Blind“, dem dritten Album der skandinavischen Allianz Brutus, seine Freude finden.

Freilich, bei diesen Referenzen darf kein großes Maß an Originalität erwartet werden. Dass Brutus dennoch halbwegs frisch und spannend klingen, liegt am durchaus breit gefassten Sound. So glänzt beispielsweise „My Lonely Room“ mit Blues- und Hard-Rock-Einflüssen, erinnert stellenweise an Blue Öyster Cult und Cream. Auch das ellenlange, melodische „Whirlwind Of Madness“ hat durchaus Classic-Rock-Potential, entpuppt sich als ausufernde Sinnsuche mit hypnotischen Riffs und herrlich verschlepptem Tempo.

Natürlich setzt es auch jene Stoner-Kost, die den Grundstock der Nordmänner bildet. Der eröffnende Titeltrack „Wandering Blind“ stürzt sich kopfüber in den Sabbath-Cream-Pentagram-Sumpf, rockt feist und bleibt im Unterbau herrlich furztrocken. Wieder eine Spur klassischer und doch schön riffgewaltig: das mit einem Video versehene „Drowning“; herrlich getrieben, etwas düster und doch deutlich britische 60s. Wer jetzt auf ausufernde Gitarrenmucke wartet, wird im bockstarken „Creeping“ oder dem sehnsüchtigen „Axe Man“ fürstlich entlohnt.

Brutus thronen über den formativen Dekaden von Hard Rock und Metal mit erstaunlicher Stilsicherheit, ausgefeiltem Songwriting und dem nötigen Gefühl für die Grundlagen des Genres. „Wandering Blind“ wirft alles, was sich vor 40 bis 50 Jahren auf den Britischen Inseln abgespielt hat, in einen großen Topf, rührt kräftig um und siebt nur das Beste heraus. Simpel aber effektiv – ein unterhaltsames Stück Musik.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.05.2016
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Website: www.brutusband.com
Facebook: www.facebook.com/Brutusband

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Category: Magazin, Reviews

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