Alaric – End Of Mirrors

| 3. Mai 2016 | 0 Comments
Alaric

(c) Raul Varela

Denkt man an Oakland und harte Gitarren, so fällt beinahe automatisch der Name Machine Head sowie, unter Umständen, jener der Vorgängerband Vio-lence. Vielleicht werden Alaric demnächst in einem Atemzug mit den Thrash-Veteranen genannt, auch wenn ihr düsterer, an Post-Punk angelehnter Sound sicherlich alles andere als massenkompatibel ist. Mit ihrem zweiten Album „End Of Mirrors“ ist das US-Quartett nun bei Neurot gelandet.

Im Zusammenhang mit dieser Platte fielen im Vorfeld immer wieder die Namen Christian Death und Killing Joke. Tatsächlich sind derlei Vergleiche auf mehreren Ebenen – Intensität, Brachialgewalt, Stimmung und Hang zu Experimenten – mehr als gerechtfertigt. Wirkliche Wutausbräuche bleiben Mangelware, hören sich dafür ungemein kathartisch: „End Of Mirrors“ rattert in unter drei Minuten durch die Botanik und hätte so oder so ähnlich auch auf den letzten Killing-Joke-Platten prima funktioniert. Dass direkt im Anschluss das stimmungsvolle, getragene und finstere Finale „Angel“ mit Gothic-Grundstimmung und Zeitlupentempo folgt, passt prima ins Bild.

Überhaupt scheinen sich Alaric in gemäßigteren Gefilden wohler zu fühlen. Da wäre beispielsweise „Mirror“, das langsam anrollt, mit seinen entstellten Gitarren ein wenig an die Anfänge des Genres in den frühen 80ern erinnert und durchaus emotionale Qualitäten mitbringt. Auch „Demon“ hat seinen ganz besonderen, unverkennbaren Charme. Der Achtminüter kommt unheimlich zäh aus dem Quark mit einem viel zu langen Intro, explodiert dafür in weiterer Folge mit pointierter Leisetreterei, einem Hauch von Doom und schwerfälliger Nachdenklichkeit.

Jene Längen stören den Fluss des Albums ein wenig, aber nur unwesentlich. Ein etwas kompakteres, komprimierteres Gesamtbild hätte „End Of Mirrors“ sicher geholfen, doch in diesem Durchschreiten bleierner, unwirtlicher Täler liegt wiederum ein gewisser Reiz. Als würde man sich die anschließenden emotionalen Ausbrüche erst verdienen müssen, lassen sich Alaric gerne bitten und braten gleichzeitig eine Platte in Nacht und Nebel, die auch vor zwei bis drei Dekaden prima funktioniert hätte und dabei herrlich zeitlos klingt. Die eingangs erwähnten Genre-Granden müssen sich um ihr Erbe keine Sorgen machen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.05.2016
Erhältlich über: Neurot Recordings (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/Alaric-201671150715

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Category: Magazin, Reviews

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