Wolfheart – Shadow World

| 17. August 2015 | 0 Comments
Wolfheart

(c) Spinefarm Records

Tuomas Saukkonen ist weiterhin fleißig und veröffentlicht bereits das zweite Album innerhalb von sechs Monaten. Im Februar wurde das Wolfheart-Debüt „Winterborn“ im Rahmen des neuen Vertrags mit Spinefarm Records erstmals mit Label-Backing herausgebracht, der Nachfolger gleich für Jahresende angekündigt. Im Bandformat ging es offensichtlich doch schneller, denn bereits Ende August sehnt „Shadow World“ den Winter herbei.

Im Gegensatz zum Einstand, den Saukkonen im Alleingang schrieb und einspielte, wurde „Shadow World“ gemeinsam eingespielt. Beim Schreiben zweier Songs hatte außerdem Gitarrist Mika Lammassari seine Finger im Spiel. Letztlich bleibt die Formel aber klar und lässt keine echten Überraschungen zu: Wer das Debütalbum mochte, wird auch diese Platte lieben. Vom mächtigen Opener „Aeon Of Gold“ an machen Wolfheart ordentlich Druck mit einer Mischung aus knüppelharten, an Grindcore grenzenden Machtdemonstrationen und melancholischen, melodischen Traumdeutungen mit ausladenden Instrumentalpassagen.

Sogar ein Song in Saukkonens finnischer Landessprache hat es auf das Album geschafft: „Veri“, zu Deutsch entweder „Blut“ oder, in Jägersprache, „Schweiß“, zählt zu den Highlights dieses monströsen Konstrukts. Zwar ist der abschließende Instrumentalteil, das direkt angeschlossene Outro von „Shadow World“, viel zu lange ausgefallen, in den fünfeinhalb Minuten davor werden hingegen sämtliche Wolfheart-Qualitäten vereint. Mäandernde Düsternis, melodische Eisblöcke und Saukkonens bissiges Grummeln zieren diesen und weitere Hits. Auch „Abyss“ und „Zero Gravity“ arbeiten nach ähnlichem Grundprinzip und erinnern nicht selten an Insomnium.

Wenig Neues aber gewohnt Gutes – so oder so ähnlich lässt sich das zweite Wolfheart-Album zusammenfassen. „Shadow World“ knüpft nahtlos an Saukkonens Einstand an, wirkt noch eine Spur kräftiger und dynamischer, erfindet das Rad aber nicht neu. Mit etablierten Mittel legt sich eine zarte Schneeschicht über den ausklingenden Sommer. Klirrende Kälte, Weltschmerz, mitreißende Melodien und unwirtliche, gelegentlich gar brutale Ausbrüche sorgen für eine weitere starke Platte aus dem schier endlosen Back-Katalog des finnischen Maestros.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 21.08.2015
Erhätlich über: Spinefarm Records (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/WolfheartRealm

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Category: Magazin, Reviews

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