Watertank – Destination Unknown

| 17. Juli 2015 | 0 Comments
Watertank

(c) Greg Dutein

Fragen, die die Welt nicht braucht, Teil 246. Heute: Wie klänge es, wenn die Foo Fighters ein Torche-Coveralbum aufnehmen würden? Vermutlich käme dabei eine Mischung heraus, die einigermaßen in Richtung Watertank geht. Das französische Quintett aus Nantes steht breitbeinig und doomig im Rock-Leben, schreibt dabei aber unwiderstehliche Hooks und Riffs, die entfernt gen Rock-Radio schielen. Für ihr zweites Album „Destination Unknown“ lohnt sich der umständliche Importweg auf jeden Fall.

Von der ersten bis zur letzten Sekunde regieren verführerische Riff, Ohrwurm-taugliche Melodien, bleierne Düsternis und Thomas Boutets luftiger, leicht kehliger Gesang, stellenweise etwas blechern, dann wieder süffig und verführerisch wie Wein. Mit „Fever“ bringen sich Watertank auch sogleich auf Kurs, handeln in 140 Sekunden herrlichen Stoner-Rock mit Torche-Pop-Appeal und einem Hauch von Quicksand ab, nachdem zuvor „Automatic Reset“ besagten Foo Fighters-Tenor mit Therapy? hatte kollideren lassen.

Durchhänger? Gibt es nicht, wohl aber auch keinen wirklichen Standout. Dafür ist die Kost durch die Bank stark und unterhaltsam. Da wäre beispielsweise das zähe Doom-Rock-Manifest „Destination Unknown“, ein herrlich unterkühlter, leicht verbitterter Rausschmeißer, quasi der gewaltige Kater nach der durchzechten Nacht. In „DCVR“ nehmen die Franzosen den Gang heraus und lassen den Track langsam aber sicher in sich zusammenfallen. Bis zum lauten Finale mit Noise-Schlagseite steigert sich die Intensität in ein beinahe unerträgliches Maß; geschickt abgetragen und konterkariert durch den Stoner-Punker „Surrender“.

Watertank sind gleichermaßen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt – die Kunst ihres zweiten Albums. „Destination Unknown“ hat nur eine Schwäche, nämlich das Fehlen echter Hits, die das musikalische Geschehen krönen. Dennoch, mit einem durch die Bank unterhaltsamen, eingängigen Fundament, bärenstarken Melodien und einer deliziösen Riffwand punktet das Quintett abermals. Keine Frage, die Herren aus Nantes sind zu höheren Weihen bestimmt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 21.07.2015
Erhätlich über: Solar Flare Records (Frankreich-Import)

Facebook: www.facebook.com/wtrtnk

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Category: Magazin, Reviews

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