Entrails – Obliteration

| 12. Mai 2015 | 0 Comments
Entrails

(c) Metal Blade

Im Rahmen der großen schwedischen Death-Metal-Welle um Grave, Entombed und Dismember versuchte sich so mancher Jungspund am Gebolze, blieb aber schon mal im Demostadium hängen. Auch Entrails verliefen sich Mitte der 90er, bevor 2008 ein überraschendes Comeback gewagt wurde, das neben der Neuauflage ihrer Demoaufnahmen auch zu ersten Studioalben sowie einem unerwarteten Popularitätsschub (Evocation anyone?) führte. „Obliteration“ setzt den Weg nun mit gewohnt souveräner Old-School-Kost fort.

Spät erfüllte sich Mastermind Jimmy Lundqvist seinen musikalischen Traum, lebt diesen aber nun so richtig aus. Natürlich regieren klassische Motive; wohl keines ist so klassisch wie die Todesfuge von „Epitome Of Death“, das mit einer der bekanntesten Melodiefolgen der Musikgeschichte experimentiert, wie so viele andere Genre-Kollegen auch. Generisch ist das hier Gebotene aber deswegen noch lange nicht, wie unter anderem die semi-modernen, melodischen Versatzstücke von „Beyond The Flesh“ zeigen.

Zwingend auf eine Ära festlegen lassen sich Entrails keineswegs, legen ihre Finger zumeist aber fest auf den Puls der 90er. „Bonestorm“, „No Cross Left Unturned“ und „Skulls“ sind ruppige, schwerfällig sägende Hassbrocken der Schwedentod-Schule. Wer darauf steht, wird auch an „Obliteration“ seine helle Freude haben. Neue Impulse gibt es zwar nicht zu vermelden, wohl aber 42 makellose, souveräne Minuten zwischen Beton und Nieten. Entrails sind wie die Dönerbude um die Ecke: Man weiß, was man bekommt; man weiß, dass es schmecken wird.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 15.05.2015
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/Entrails666

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Category: Magazin, Reviews

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