Traces Of You – Deliverance

| 20. April 2015 | 0 Comments
Traces Of You

(c) Swell Creek Records

Als Vertreter der neuen Hardcore-Schule setzen Traces Of You auf metallische Riffs und dynamische Power. Das Drei-Länder-Quartett aus Utrecht (Niederlande), Schwerte (Deutschland) und Mailand (Italien) hat sich seit Bandgründung 2006 einen Fixplatz im europäischen Tourzyklus erspielt und vermengt den Sound von Bands Marke Terror und Hatebreed mit den positiv-spirituellen Inhalten von Shelter und 108. Entsprechend kraftvoll und clever präsentiert sich das neue Album „Deliverance“.

Knapp 28 Minuten dauert das Vergnügen, ein selbst für Hardcore-Verhältnisse kurzes Unterfangen. Entsprechend gilt es keine Zeit zu verlieren: Auf zehn Tracks zeigen sich Traces Of You von ihrer Schokoladenseite. Frontmann Simo Putzu brilliert mit kernigen, bissigen Shouts, die gelegentlich durch den Bandchor aufgefangen und gestützt werden. Mit entsprechender Wucht feuert das Material aus den Boxen, zumal die Instrumentalfraktion keineswegs zu verachten ist. „At Any Cost“ ist einer der Hits dieser Platte und punktet mit aggressiven, geradezu manischen Gitarrenwänden, die durch den Einsatz unangenehmer Frequenztöne jeglichen Widerstand zu brechen vermögen.

Nicht minder sympathisch: „Never Surrender“, der längste und zugleich dynamischte Song dieses Albums. Während sich die schnellen Passagen zwischen Punk und Metal bewegen, deutet das Quartett in den vergleichsweise gemächlicheren Passagen nachdenkliche Melodien und eine Prise Weltschmerz an, während „Realization And Bliss“ hingegen mit Thrash-Leads und einem Hauch von Holy Moses, der in der zweiten Songhälfte mehr und mehr durchscheint, für eine faustdicke Überraschung sorgt.

Zwischen Hirn und Urgewalt räumt dieses kurze aber effektive Stück Musik immer und immer wieder ab. „Deliverance“ profitiert vor allem von den metallischen Einflüssen der neuen Hardcore-Schule, die Traces Of You zusätzliche Ecken und Kanten verleiht. Musikalität steht bei den Herren ganz weit vorne, auch wenn die zehn Songs keineswegs zum instrumentalen Showcase werden, sondern die Kraft der beteiligten Musiker auf Cleverness, Druck und einen Hauch Unberechenbarkeit bündeln – ein heißer Ritt, mehr als bloß ein New School-Geheimtipp.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.04.2015
Erhätlich über: Swell Creek Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/tracesofyouhc

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Category: Magazin, Reviews

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