Slug Lord – Transmutation

| 12. Januar 2015 | 0 Comments
Slug Lord

(c) MDD

Eisekalt, hypnotisierend, psychedelisch – drei Schlagwörter, die den Sound von Slug Lord einigermaßen umreißen und diesem doch zu keiner Zeit gerecht werden. Was die drei Finnen aus Tampere zelebrieren, bricht regelmäßig mit Genre-Konventionen und lässt sich am ehesten mit Reverend Bizarre oder Wall of Sleep vergleichen – zäher Sludge gepaart mit dem behäbig-verstörenden Auftreten von Doom Metal und dezent psychedelischen Untertönen. Ergebnis dieser Mixtur ist „Transmutation“, das via MDD nun auch einen europäischen CD-Release erhält.

Fünf Songs mit Überlänge schälen sich in Zeitlupentempo aus den Boxen, allen voran der epochale Opener „Orgy With The Dead“. Dieses beinahe 17minütige Monster fasst den Sound der Finnen adäquat zusammen, spielt mit manisch langsamen Cough-Riffs, die von nicht minder abgedrehten Shouts und Growls befeuert werden. Live aus der Echokammer dreht das Trio mit jeder weiteren Minute mehr und mehr ab, bis sich am Höhepunkt ein überraschend klares, rockiges Gitarrensolo aus dem Dickicht schält für einen kurzen Moment der Erleuchterung, bevor regenbogenfarbene Dunkelheit abermals zuschlägt.

Kürzer, wenn auch ähnlich heftig, gestaltet sich das restliche Album. Zum Favoriten mausert sich gerade „Cremation“ mit seinem – für Band-Verhältnisse – Dauerfeuer, dem bärbeißigen Druck mit aufbrandender, kaum zu bändigender Heavyness. „Transmutation“ ist ein breitbeiniges Statement, ein ungehobelter, überdimensionerter Klotz mit ordentlich Kreativität und einem Händchen für einlullende Riffs. Mit verhältnismäßig schlichten Mitteln erzeugen Slug Lord binnen Sekunden eine bedrohliche und doch heimelige Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch knapp 48 zerstörerische, durchgeknallte und, über allem, leidenschaftliche Minuten zieht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.01.2015
Erhätlich über: MDD (AL!VE)

Facebook: www.facebook.com/sluglord

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Category: Magazin, Reviews

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