Nojia – Gheist

| 22. November 2014 | 0 Comments

Nojia

Neben den faszinierenden wie anspruchsvollen Eryn Non Dae. hat Bassist Mickaël André noch ein weiteres heißes Feuer im Eisen. Bei Nojia hängt er sich eine Gitarre um und taucht mit drei Mitstreitern in rein instrumentale Klanglandschaften ab. Die vier Franzosen haben sich Post Rock im weitesten Sinne verschrieben und begeben sich abermals auf eine Entdeckungsreise. Zwei Jahre nach ihrem Debütalbum „Solarchitect“ erscheint nun die auf 99 Exemplare limitierte EP „Gheist“ (digital via Bandcamp erhältlich), die über drei Songs mit einer Gesamtspielzeit von 32 Minuten zwischen Mystik und Chaos auf verwunschenen Pfaden wandeln.

‚Rock‘ ist in diesem Fall nur eine Behelfsfloskel, denn Nojia wagen sich über derlei musikalische Grenzen gerne hinaus und schielen schon mal gen metallische Pfade. Das wird vor allem im abschließenden „Sama“ deutlich, das mit seiner bedrohlichen Mischung aus Gitarren und Percussion-artigem Drumming orientalische Muster mit ein wenig Tool-Prog vermengt. Je länger der Track dauert, desto eindringlicher, desto härter, desto scharfkantiger wird er. Der Himmel verfinstert sich, die Rhythmusabteilung packt den sprichwörtlichen Vorschlaghammer aus; bloß die Gitarren singen, forschen, tasten sich nur sehr vorsichtig voran.

Dieser Härtespagat zieht sich auch durch die anderen beiden Songs. „Canyon“ bleibt sehr lange ruhig und reserviert, macht erst zum Schluss ein wenig Lärm und Druck, während „Golem“ schon im Mittelteil funkelt und glitzert, Drone-artige Elemente neben Post-Hardcore und unwiderstehliche 80s-Metal-Melodien stellt. Entsprechend schwierig und eigenwillig gestaltet sich diese EP auch. Gerade in diesen ausladenden narrativen Strukturen und dem cleveren, minutiös genauen Aufbau der Arrangements liegt der Reiz. „Gheist“ zäumt ein Genre von hinten auf, lässt sich auf keine Kompromisse ein und unterhält mit harmonischer Kratzbürstigkeit – eine gelungene Tour de Force.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.10.2014
Erhätlich über: Eigenvertrieb

Website: nojia.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/nojia

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Category: Magazin, Reviews

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