Falloch – This Island, Our Funeral

| 22. September 2014 | 0 Comments

Falloch

Umwälzungen bei Falloch: Nach dem Austritt von Gründungsmitglied Andy Marshall (zugleich Sänger, Gitarrist und Bassist) wurde aus dem schottischen Duo eine vierköpfige Band. Am atmosphärischen Sound der Mannen um das verbliebene Mastermind Scott McLean hat sich allerdings wenig verändert: Post Rock/Metal, eine Prise Shoegaze und, über allem, Atmosphäre dominieren auch den Nachfolger von „Where Distant Spirits Remain“. Auf „This Island, Our Funeral“ spielt eine weitestgehend neue Band, die allerdings an der Grundidee des Einstands festhält und eine natürliche Evolution vorantreibt.

Was auffällt: Die Black Metal-Anteile werden noch stärker zurückgefahren, auch wenn sie noch präsent sind. Auf Growls oder dergleichen wartet man vergebens. Stattdessen zeigt sich Neuzugang Tony Dunn von seiner Schokoladenseite. Der Sänger und Gitarrist verfügt über jene Präsenz, die es mit dem Auftreten Andy Marshalls aufnehmen kann. Durch den klaren, kraftvollen Gesang fühlt man sich wechselweise an Alcest und an Tool erinnert. So reitet „For Life“ auf einer gesunden Portion Dreck, angetrieben von himmlischen Harmonien und fiesem Gebolze im Hintergrund.

Atmosphäre ist der Schlüssel für diese Platte, entsprechende Atempausen zwischen und innerhalb der Songs sind Pflicht, um das Gehörte einigermaßen verdauen zu können. Gerade die monolithisch gewählten Arrangements – vier Songs überschreiten die Neun-Minuten-Marke – erweisen sich zur Geduldsprobe und bieten so manchen großartigen Moment. So gibt es beispielsweise kein Vorbeikommen am monströsen „I Shall Build Mountains“, das seinem Titel in jeder Sekunde gerecht wird. Monolithisch aufgebaute Post Rock/Metal-Gestirne kämpfen mit der Übermacht der Erosion und kultivieren jenes knisterndes Erlebnis, das aktuell unter dem ominösen Banner ‚Blackgaze‘ fungiert – ein knisterndes, aufregendes, zu Tränen rührendes Konstrukt.

Nach dem ohnehin großartigen Debüt ist die Mission Impossible geglückt: Gleich drei neue Mitglieder, darunter einen Sänger, zu integrieren, ist ohnehin eine große Herausforderung. In diesem neuen Gewand aber an die bekannte, durchaus an Primordial erinnernde Klasse anzuknüpfen und etwaige Zweifel ganz locker beiseite zu fegen, verdient Hochachtung. Genau das ist mit „This Island, Our Funeral“ gelungen: Falloch lassen sich nicht unterkriegen und zeigen gleichzeitig, dass das schwere zweite Album zumindest für die Schotten ein Mythos ist.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 26.09.2014
Erhätlich über: Candlelight Records (Soulfood Music)

Website: www.falloch.com
Facebook: www.facebook.com/falloch

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Category: Magazin, Reviews

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