Goodtime Boys – Rain

| 20. Mai 2014 | 0 Comments

Goodtime Boys

Nach einer Reihe von EPs, Splits und anderen Kleinformaten (darunter die EP-Sammlung „What’s Left To Let Go“) wagen sich Goodtime Boys nun an ihr erstes reguläres Album. Der Name des Quintetts aus dem walisischen Cardiff täuscht, denn nach guter Laune klingt die Mischung aus melodischem Hardcore, Punk-Elementen und Emo-Untertönen keineswegs. Bei „Rain“ ist der Titel Programm, denn bei den Briten regnet es 33 Minuten lang Melodien, Breakdowns und Fäuste.

Das lange, melancholische Intro des Openers „Washout“ mit Klargesang führt zwar nicht auf eine falsche Fährte, bereitet aber bestenfalls bedingt auf die folgenden elf Songs vor, bratende Gitarren und emotionale Screams in der zweiten Track-Hälfte hin oder her. Mit „Wallflower“ nehmen Goodtime Boys erstmals so etwas wie Fahrt auf. Für die Melodien wildert man in Emocore- und Alternative-Rock-Gefilden – eine kuriose wie hochgradig eingängige Mischung. Jeglichen Anflug von Rührseligkeit fegt im Anschluss „Doubt“ vom Tisch. Zwar sind auch hier melodisch-melancholische Untertöne herauszuhören, die Hardcore-Elemente dominieren jedoch, zumindest bis zum überraschend auftretenden Gitarrensolo.

In weiterer Folge behalten die Briten dieses hohe Maß an Abwechslung bei. „Moral Decay“ gibt sich drei Minuten lang dem Gummitwist mit Midtempo-Chorus hin, „Hypocrisy“ fördert die Punk-Einflüsse des Quintetts an die Oberfläche, und das Abschlusstrio bestehend aus „Folsom“, „Newspaper Sky“ und „Downpour“ setzt gar auf versöhnliche, nachdenkliche Töne. Gerade im großen Finale kollidieren Hardcore und Emorock immer und immer wieder, reiben sich aneinander auf und erzeugen den interessantesten Moment dieser Platte.

„Rain“ lässt entsprechende Highlights vermissen, Standouts gibt es nur im geringen Maße. Die Hürde eines kompletten Studioalbums meistern Goodtime Boys souverän, wobei der Punch der Kleinformate abgeht. Auf einige wenige, nachhaltige Elemente reduziert, funktioniert der Sound des Quintetts aus Cardiff besser. Mit der Erforschung ihrer rockigeren, emoesken Seiten machen die Briten vieles richtig, die zwischendurch eingestreuten, knüppelharten Passagen mit Breakdown-Alarm unterhalten. Als unterhaltsame Platte für zwischendurch funktioniert „Rain“ prächtig.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 23.05.2014
Erhätlich über: Bridge Nine Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/goodtimeboys

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Category: Magazin, Reviews

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