The Graviators – Motherload

| 24. März 2014 | 0 Comments

The Graviators

The Graviators aus Schweden verstehen sich als musikalischer Hybrid zwischen 70s-Hard Rock, Doom und Stoner – zuletzt zu hören auf dem im August 2012 erschienen Album „Evil Deeds“ sowie im Rahmen einer Split mit Monkey3. Auf „Motherload“ treibt das Quartett seinen mit Analog-Equipment eingespielten Vintage-Sound nun auf die Spitze. Anders gesagt: In Schweden tobt nun eine epische Prog-Schlacht, die so manchen vor unerwartete Herausforderungen stellen wird.

Mit in ausladende Längen gezogenen Songs und Jam-artigen Instrumentals befindet sich das Quartett in bester Tradition des überdrehten 70s-Prog-Wahns, gewürzt mit einer Prise Cream und Black Sabbath. Das gen Albummitte platzierte, über zehn Minuten lange „Lost Lord“ fasst das Album gut zusammen: Schwülstiger, schwerfälliger Hard Rock mit kernigen Vocals trifft auf ruhige, beinahe jazzige Instrumentals, smoothe Soli und verkopftes Prog-Understatement, das sich in einem überlangen Jam entlädt – kein Wunder, dass man diese Platte erst nach mehreren Durchläufen halbwegs begreift.

Dabei beginnt „Motherload“ relativ geordnet mit dem bärbeißigen „Leif’s Last Breath / Dance Of The Valkyrie“, einem epischen Stoner-Doomster mit dezenter Sahg-Schlagseite. „Bed Of Bitches“ und, mit Abstrichen, „Drowned In Leaves“ greifen diese Gangart auf, ansonsten regieren jedoch Endlos-Rocker mit dem Höhepunkt „Druid’s Ritual“. Die Neuaufnahme des Bandklassikers beginnt verhältnismäßig heavy und direkt, driftet jedoch nach knapp vier Minuten in einen wahnwitzigen 70s-Progger ab, an dem man auch nach sieben, acht Durchläufen noch neue, faszinierende Details entdecken kann.

Aller qualitativer Stärke zum Trotz, bietet „Motherload“ Reizüberflutung in Reinkultur. Knapp 75 Minuten Rock mit Doom-Prog-Einschlag und unzähligen Jams lassen sich nur schwer ordnen, verdauen, ohne kleine und größere Pausen genießen. The Graviators schießen über das Ziel hinaus und scheinen sich gelegentlich in Jams um des Jams Willen zu verlieren. Gerade die verhältnismäßig kurzen, direkten Tracks haben ordentlich Punch und hätten mit ein, zwei Epen weniger größere Wirkung entfachen können. Freilich beschwert man sich auf gutem Niveau, denn man hat es, Unverdaulichkeit hin oder her, mit einer ambitionierten Platte zu tun, auf der die Lichtblicke überwiegen. Man muss sich bloß dorthin vorarbeiten.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 28.03.2014
Erhätlich über: Napalm Records (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/thegraviators

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Category: Magazin, Reviews

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