Nux Vomica – Nux Vomica

| 25. März 2014 | 0 Comments

Nux Vomica

Die Zeit für Massenreiherei ist gekommen, denn Nux Vomica (lat. für „Gewöhnliche Brechnuss“) melden sich mit einem neuen Album zurück. Das Portland-Quintett entstand ursprünglich 2003 als Nebenprojekt von Wake Up On Fire und sollte von deren schweren Doom-Epen Abstand nehmen. Elf Jahre später ist man auf der dritten Platte „Nux Vomica“ bei drei Songs mit einer Gesamtspielzeit von einer Dreiviertelstunde angekommen – Satz mit X.

Mit der erhofften Kürze ist es zwar nicht geworden, dafür wurden die Doom-Aspekte gegen widerspenstigen Neurosis-Post-Metal mit Noise- und Crust-Schlagseite sowie einer Prise hoffnungsvoller Epik eingetauscht, die Freunde von Isis, Envy und Cult Of Luna Hoffnung machen sollten. Einen ganzen Song zu beschreiben („Reeling“ ist mit knapp elf Minuten Spielzeit quasi der Radio-Track unter diesem Trio), würde bereits den herkömmlichen Review-Rahmen zu sprengen – zu viel passiert in diesen Mini-Epen, zu widerspenstig und doch überraschend freundlich fallen diese monolithischen Reisen im Zeitraffer aus.

Nux Vomica packen eine Menge Holz und Geröll in ihre Songs – Erkundungstouren, die man wieder und wieder hören muss, um sich durch das Dickicht zu arbeiten. Post-Discharge-Crust mit D-Beat-Hype und Proto-Sludge-Riffs werden von Punk-Geballer zerhackt, nur um wenige Momente später in Zeitlupen-Drone zu münden. Frontmann Just Dave keift – zugegebenermaßen etwas eintönig – über die Songs und nimmt damit erhabenen, melodischen Momenten wie dem schwer atmenden Mittelteil von „Choked At The Roots“ die nötige Spannung, setzt dafür in den wütenden High-Speed-Passagen die entsprechenden Akzente.

Rechnet man nun noch die betont schroffe, widerspenstige Produktion ein, hat man es wohl mit einer echten Brechnuss, mit einem ausgewachsenen Hassbrocken zu tun; wenn – ja, wenn da nicht diese bezaubernden Melodien durch die widerspenstige Oberfläche schimmern würden, um Hoffnung zu machen, von Katharsis zu sinnieren und letztlich doch hinter Hackschnitzeln zu verenden. Für „Nux Vomica“ benötigt man Geduld, einen guten Magen und Mut zur Hässlichkeit. Die Gemeine Brechnuss hat ihre lohnenden Momente, versteckt zwischen über Jahre gereiften Depressionen und Aggressionsattacken.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.03.2014
Erhätlich über: Relapse Records (Rough Trade Distribution)

Facebook: www.facebook.com/nuxvomicaband

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Category: Magazin, Reviews

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