Year Of No Light – Tocsin

| 17. Dezember 2013 | 1 Comment

Year Of No Light

Die Veröffentlichung des letzten Albums „Ausserwelt“ mag zwar bereits über dreieinhalb Jahre zurückliegen, still war es um Year Of No Light in der Zwischenzeit jedoch keineswegs. Das Sextett aus dem französischen Bordeaux nahm zahlreiche Songs für Split-Platten auf und arbeitete außerdem am Soundtrack zu „Vampyr“ – eine Tätigkeit, von der man sich für kommende Aufgaben inspirieren ließ. Bevor man im kommenden Jahr weitere Scores schreiben und veröffentlichen will, erscheint nun erst einmal das neue Studioalbum „Tocsin“, auf dem die rein instrumental operierende Doom- / Sludge-Band ihren Sound mit Post Rock bzw. -Metal noch weiter vertieft.

Mit seinen schroffen, ungeschliffenen Klanglandschaften erinnert der wuchtige Opener „Tocsin“ ein wenig an Omega Massif, die ihre Schwere bereits im Bandnamen tragen. Der schwer verzerrte Bass und die gelegentlich singende Gitarre kreuzen knapp 14 Minuten lang die Klingen für monolithischen Doom mit schier endlosen Sludge-Schleifen, quasi wie Switchblade minus Drone. Dieses beinahe zeitlupenartige Verweilen wird mehr und mehr zum Erkennungsmerkmal der Band, sieht man vom knüppelharten, mit knapp sechs Minuten Spielzeit verhältnismäßig kurzen „Géhenne“ ab, für das Year Of No Light sämtliche in näherer Umgebung aufgekauften Gaspedale durchtreten.

Selbst in diesen knappen Momenten vollständiger Losgelöstheit sägend manische Gitarren im Hintergrund weiter und treiben die auf dem letzten Album zumindest angedeutete Zwangsheirat von Doom und Post Metal endgültig voran. Das übrige Material – ein einziger Siegeszug. „Désolation“, „Stella Rectrix“ und „Alamüt“ pendeln geschickt zwischen kratzbürstigem Sludge, Doom-Misanthropie und progressiver Epik, destilliert auf fatalistische Tragik, wuchtige Drums und ein generell angenehm ausdifferenziertes Klangbild, das sich wohlweislich vom Lo-Fi-Gebahren der Konkurrenz abhebt. „Tocsin“ holt am Anfang tief Luft, reißt den Hörer eine knappe Stunde lang in seelische Abgründe und spuckt ihn plötzlich wieder aus – stark mitgenommen und doch sehr zufrieden.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 06.12.2013
Erhätlich über: Debemur Morti Productions (Soulfood Music)

Website: www.yearofnolight.com
Facebook: www.facebook.com/yearofnolight

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Category: Magazin, Reviews

  • Heavymaxx

    „Alamüt“ ist mein Favorit auf diesem Album!

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