Omega Massif – Karpatia

| 13. September 2011 | 0 Comments

Omega Massif

Hier kommt ein Blockbuster – eine vollmundige Ankündigung, die sich Omega Massif jedoch mehr als verdient haben. Spätestens seit dem Re-Release ihres Debütalbums „Geisterstadt“ im vergangenen Jahr (ursprünglich bereits 2007 erschienen), stehen die vier Würzburger kurz davor, in die Doom- / Sludge-Champions League aufzusteigen. Gigs am Hellfest, Swingfest und Roadburn sprechen Bände. Ganze zwei Jahre haben die deutschen Nachbarn nun am Nachfolger „Karpatia“ geschrieben, der nahtlos an seinen düsteren Vorgänger anknüpft und intensive, apokalyptische Visionen in sechs instrumentale Kapitel kleidet.

Im Großen und Ganzen setzen Omega Massif den Weg ihres Debütalbums fort und verfeinern diesen. „Aura“ eröffnet mit mächtigen Drums und spannungsgeladenen Gitarren quasi in media res, baut schrittweise in Richtung finstere Explosion auf, nimmt die Präsenz eines unbekannten Wesens wahr – mal hart und düster, dann wieder nachdenklich und beinahe leichtfüßig. „Ursos Arctos“ entpuppt sich als kleines Highlight. Gerade das betont langsame Tempo sorgt dafür, dass die Gitarren mehr Präsenz bekommen, länger und intensiver nachheulen können, während der brutal schrubbende Bass leichte Drone-Assoziationen zulässt. „Wölfe“ hingegen ist das krasse Gegenteil, mit dreieinhalb Minuten sogar in Radiolänge gehalten, dazu knüppelhart und aufbrausend gehalten.

„Im Karst“ entfaltet seine sinistere Schönheit erst über Umwege, kommt erst durch eine kurze Zäsur so richtig in die Gänge. Der Titeltrack „Karpatia“ erfüllt hingegen die Rolle eines kurzen Zwischenspiels, bevor es mit „Steinernes Meer“ in das große, majestätische Finale geht, das die karge Landschaft und das rohe Äußere des klassischen Karstplateaus exquisit in Musik kleidet. In eben jener Erzählstruktur liegt die Stärke von Omega Massif: Die Würzburger verstehen es perfekt, Erscheinungen und Landschaften mit ihren Instrumenten zu beschreiben, Bilder vor dem inneren Auge erscheinen zu lassen. „Karpatia“ knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, wirkt eine Spur direkter und energischer, ohne jedoch an düsterer Intensität eingebüßt zu haben. Eben ein Blockbuster.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 16.09.2011
Erhätlich über: Denovali Records (Cargo Records)

Website: www.omegamassif.de
Myspace: www.facebook.com/omega-massif

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Category: Magazin, Reviews

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