Kerretta – Saansilo

| 12. September 2011 | 0 Comments

Kerretta

Mit gewissen Anlaufschwierigkeiten haben sich Kerretta mittlerweile auch in Europa eine gewisse Fangemeinde erspielt. Der Sound der Neuseeländer lässt sich weitestgehend als ‚instrumentaler Post Rock‘ bezeichnen, wobei sie verstärkt elektronische Elemente einbauen und damit gelegentlich an Long Distance Calling, Collapse Under The Empire und Russian Circles erinnern. Als Nachfolger für ihr Debütalbum „Vilayer“ – in Neuseeland für den prestigeträchtigen Traite Music Prize nominiert – erscheint nun „Saansilo“.

Überraschungen gibt es weder in musikalischer, noch in qualitativer Hinsicht. Kerretta orientieren sich weitestgehend an ihrem Erstlingswerk und knüpfen nahtlos daran an. „A Ways To Uprise“ eröffnet mit schroffen Tönen, stark entstellten Gitarren und eindringlich schwingender Elektronik, die zu den relativ bissigen, verspielten Drums perfekt passt. Die Neuseeländer tänzeln förmlich, wagen sich tief in post-industrielle Klangwelten vor und üben sich an betonter Dekonstruktion. Besonders stark: Die heulenden Gitarren im Schlussdrittel erinnern stellenweise an Metallica-Instrumentals.

In dieser Gangart machen die Kiwis weiter. „By The Throats“ betont die elektronische Seite Kerrettas ebenso wie die metallische – härter geht es kaum, dazu erinnern manche Stellen an Tool. In „Shepherds Thread“ hingegen passiert verhältnismäßig wenig, es geht bis kurz vor Schluss sehr melodisch und nachdenklich vor sich, bevor düstere Wolken den Himmel verdunkeln. Erwähnenswert ist außerdem der Rausschmeißer „Onyxia“: Mit gut acht Minuten Spielzeit wird dem Aufbau besonders viel Zeit eingeräumt, dominieren zunächst die überaus puristisch wirkenden Drums, bevor dicke Gitarrenwände beklemmende Isis-Stimmung auslösen und mit aller Feedback-Brutalität gen Selbstzerstörung driften.

Kerretta perfektionieren ihren Sound auf „Saansilo“, das lässt sich schnell feststellen. Gerade der Kontrast zwischen mechanisch stampfenden, jedoch organisch gespielten Drums, stark verzerrten Gitarren und düsterer bis grotesk flirrender Elektronik lässt die Neuseeländer sehr urban und industriell, an manchen Stellen beinahe (post-)apokalyptisch klingen. Immer wieder werden Gebäude und karge Landschaften konstruiert, Maschinenparks und Manufakturen. Gewissermaßen liefern Kerretta den Soundtrack zur industriellen Revolution und den Gefahren der stetig wachsenden Technisierung des Produktionskreislaufes. „Saansilo“ erzählt, malt und mahnt auf herausragende Art und Weise – ein Muss für Post Rock-Fans.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 16.09.2011
Erhätlich über: Golden Antenna Records (Broken Silence)

Website: www.kerretta.com
Myspace: www.myspace.com/kerretta

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Category: Magazin, Reviews

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