Bloody Hammers – Bloody Hammers

| 21. November 2012 | 0 Comments

Bloody Hammers

Es muss nicht unbedingt The Devil’s Blood sein, wenn man nach amtlichem Occult Rock sucht. Fernab von rituellen Messen und blutigem Auftreten zelebrieren Bloody Hammers aus Charlotte, North Carolina Rockmusik der 70s und 80s mit einem ganz besonderen Twist. Das Quartett ist musikalisch irgendwo zwischen Black Sabbath, Trouble, Danzig und Nick Cave anzusiedeln, versteht sich auf doomig-finstere Klänge mit Horror-Schlagseite und mächtigen Vocals, die ebenso Gothic- und Romantic-Freunde ansprechen dürften. Ihr schlicht „Bloody Hammers“ betiteltes Debütalbum zählt zu den großen Überraschungen des ausklingenden Jahres und darf in der vorweihnachtlichen Flut an Greatest Hits-Alben, Boxsets und Re-Releases keinesfalls übersehen werden.

Wie diese bedingt einfache Mischung klingt, fasst wohl der Opener „Witch Of Endor“ am besten zusammen. Das staubtrockene Riff bewegt sich irgendwo zwischen Black Sabbath und The Sword im Doom- / Stoner-Umfeld, der Bass knarzt ordentlich, die Drums marschieren stoisch nach vorne. Es ist jedoch Anders Mangas Gesang, der diesen Song und diese Platte so besonders macht. Tatsächlich platziert er sich irgendwo zwischen Glenn Danzig, Nick Cave und Eric Wagner, beherrscht die infernale Melange aus Flüster- und Sprechgesang ebenso wie das lautstarke Herausschreien seiner Emotionen. Diese Steigerung macht den Refrain besonders einprägsam, dazu rundet ein kleines Gitarrensolo diesen Opener wunderbar ab.

In dieser Gangart – mal etwas härter, mal eine Spur ruhiger – geht es auch weiter. „Fear No Evil“, „Trisect“ und „The Witching Hour“ heißen die Hits der Platte, arbeiten mit großen Gesten, gelegentlich eingeschobenen metallischen Gesten und hymnischen Refrains. Das Konzept ist zu einem gewissen Grad durchschaubar, dafür aber effektiv: Bloody Hammers türmen Killer auf Killer, wobei sie auch in den ruhigen Momenten zu glänzen vermögen. „Say Goodbye To The Sun“ ist so etwas wie eine Power-Doom-Ballade mit Mustern, die stellenweise sogar an Soundgarden erinnern und dabei den klassischen Teufelsakkord, wie ihn Iommi einst nannte, in ein nicht unbedingt neues, dafür umso spannenderes Umfeld packt. Selbst die semi-akustische Ballade „Don’t Breathe A Word“, ausgestattet mit einem Riff, das entfernt an „Welcome Home (Sanitarium)“ erinnert, gelingt.

Was die US-Amerikaner hier bieten, ist wahrlich großes Kino. Ihr Debütalbum kommt ohne Durchhänger aus, mischt vertraute Motive auf durchaus spannende Art und Weise neu ab und verleiht der Mischung gerade durch Mangas außerordentlich faszinierende Vocals einen individuellen Anstrich. Ob bedrohlich rockend oder gespenstisch ruhig: Bloody Hammers setzen ein fettes, martialisch groovendes Ausrufezeichen, das bei den Polls 2012 keinesfalls übersehen werden darf. Besser kann man das Kalenderjahr eigentlich nicht abschließen.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 23.11.2012
Erhätlich über: Soulseller Records (Soulfood Music)

Website: www.bloodyhammers.com
Facebook: www.facebook.com/BloodyHammers

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Category: Magazin, Reviews

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