Wight – Through The Woods Into Deep Water

| 9. Juli 2012 | 0 Comments

Wight

Wie die letzten Wochen gezeigt haben, steht ein warmer, feuchter Sommer vor der Tür. Um sich aus dem Sumpf zu ziehen, gibt man sich am besten dem Rockgitarren-Morast hin, bevorzugt den Darmstädtern Wight. Das Trio aus dem Nachbarland veröffentlichte vergangenes Jahr sein Debütalbum „Wight Weedy Wight“, das sich irgendwo zwischen Stoner Rock-, Psychedelic-, Doom- und Prog-Wänden platzierte, stets kurz davor, im Schlamm zu versinken. „Through The Woods Into Deep Water“, der dankenswerterweise früh genug nachgeschobene Zweitling, versteht es auf stilvolle Art und Weise, das Klangspektakel in Titel und Artwork (verantwortlich dafür ist Arik Roper, der auch schon für Sleep, Weedeater und High On Fire designte) festzuhalten.

Mit Doom-Slowfood und der förmlich gechanteten Zeile „My love will be your graveyard, kiss your friends goodbye“ tauchen Wight kopfüber in den Opener „Kiss Your Friends Goodbye“ ein. Tempo gibt es nicht, wohl aber einen dröhnenden Bass und die passend dazu aufheulende, manisch wirkende Gitarre, die gen Sleep und Konsorten entführt. Nur eine Tür weiter heben die Darmstädter erstmals so richtig ab. „I Spit On Your Grave“ spielt mit dem Geist von Black Sabbath, spuckt den Refrain – pun intended – mit großer Verachtung aus und verliert sich in einen gewaltigen Jam. Hier ist auch „Southern Comfort & Northern Lights“ beheimatet, ein Monster von mehr als elf Minuten Spielzeit, das jene eingangs erwähnten Prog- und Psychedelic-Gefilde beackert und doch Fans von Freedom Hawk und Konsorten ebenso begeistern dürfte.

Je länger das Album dauert, desto verspielter und verklausulierter wird es. Kleinere Instrumentals („Halfway To Infinity“, „Big Dose“) harmonieren perfekt mit verdrogten Fuzz-Hymnen („Master Of Nuggets“), klassisch-düsterem Hard Rock („On A Friday“) und Sumpf-Brachialgewalt nebst himmlischen Noise-Attacken („You!“). Kaum ist das abschließende, über acht Minuten lange und titelgebende Instrumental verklungen – nachdenklich, psychedelisch, verkopft, sprunghaft, aggressiv und doch so eingängig – wandert der Finger unweigerlich zur Repeat-Taste. „Through The Woods Into Deep Water“ ist ein Bastard, der erst nach dem zweiten, dritten Durchlauf so richtig zündet. Wight halten nichts von Konventionen und Geradlinigkeit, obwohl sie sich im Falle des Falles auf wuchtige, klassische Hard Rock-Riffs verständigen können. Viel mehr regiert der allmächtige Jam, getragen von Dreck, Schweiß und Rauschebärten. Mächtig, mächtig, mächtig.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 09.07.2012
Erhätlich über: Fat & Holy Records

Website: www.wightism.com
Facebook: www.facebook.com/wightism

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Category: Magazin, Reviews

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