Lara Korona – Land unter

| 3. Juli 2012 | 0 Comments

Lara Korona

Es hat ein wenig gedauert, bis sich Lara Korona freischwimmen konnten. Ihr 2008 veröffentlichtes Demo zeigte das Quartett aus dem sächsischen Dippoldiswalde in bestechender Frühform, zwei Jahre später folgte eine kleine Split mit Johnny Futuro und erst jetzt, vier Jahre nach dem ersten Auftreten, ist das Debütalbum erhältlich. Ein gewisser Reifeprozess ist auf „Land unter“ hörbar – die Mischung aus brachialem, finsteren Hardcore, energischem Screamo, metallischer Härte und dem omnipräsenten Präfix ‚Post-‚ macht diese auf Moment of Collapse erhältliche 12″ gleichermaßen unterhaltsam wie schwer verdaulich.

Spannungsaufbau? Fehlanzeige, denn binnen Sekunden werden die Sachsen zu Platzhirschen, legen im Opener „Mykorrhiza“ anfangs alles in Schutt und Asche, bevor sie sich einem langen, introvertierten, hochgradig melodischem Mittelteil hingeben, der Isis auf Hands treffen lässt und schließlich in einen kalkulierten Ausbruch Marke Botch (minus Math-Anteil) führt. „Deux“ bemächtigt sich dieser Melodien noch stärker, spielt mit sachten Drumrolls und dezenter Godspeed You!-Energie, baut flirrende Gitarren und mächtig Distortion ein – ein Konzept das sich über die gesamte Albumlänge streckt und in gelegentlichen wütenden Ausbrüchen mündet – siehe und höre das gerade zum Schluss hinaus ohrenbetäubende und atemberaubende „Fest“.

Weitaus schwerer zu verdauen ist die B-Seite mit den beiden Mammutsongs „Land unter“ und „Rast und Einbruch“, beide nahe bzw. knapp über der Neun-Minuten-Marke. Hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen, denn plötzlich wirken die Attacken ein wenig kalkulierter, fehlt den Melodiebögen die Energie. Gerade „Rast und Einbruch“ ist die ersten fünf Minuten magisch, kriegt dann jedoch die Kurve nicht und ergibt sich selbst. Warum eigentlich? Mit zunehmender Screamo-Schlagseite mangelt es auch an Ideen, wobei man die B-Seite immer noch sehr gut hören kann, schließlich packen die Gitarrenwände immer noch kräftig zu, gehen stellenweise unter die Haut. „Land unter“ ist schlicht und ergreifend nicht durchgehend auf Top-Niveau, muss konsequenter in offenen Wunden bohren, um im Anschluss zu beruhigen und in Sicherheit zu wiegen. Der Albumtitel trifft zu, das Potential ist vorhanden.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 20.04.2012
Erhätlich über: Moment of Collapse Records (Broken Silence)

Website: larakorona.tumblr.com
Facebook: www.facebook.com/pages/Lara-Korona/141865105884101

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Category: Magazin, Reviews

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