Psycroptic – The Inherited Repression

| 14. Februar 2012 | 1 Comment

Psycroptic

Freunde anspruchsvoller, metallischer Härte sollten in den letzten zwei Jahren nicht nur durch die enorme Djent-Bewegung auf ihre Kosten gekommen sein. Auch technische Death Metal-Größen wie Obscura, Origin und Decapitated ließen die Herzen von zahlreichen Tempowechsel-Fetischisten höher schlagen. Vier Jahre nach ihrem Nuclear Blast-Einstand „Ob(Servant)“ versorgen nun auch die tasmanischen Tech-Metaller Psycroptic ihre Fangemeinde mit neuem Futter. „The Inherited Repression“ heißt die Schlachtplatte und legt die Latte für kommende Extrem-Metal-Releases in diesem Jahr schon mal anständig hoch.

Gitarrist Joe Haley hat den insgesamt neun Songs einen astreinen Sound verpasst, wobei die Instrumental-Fraktion und Schreihals Jason Peppiatt gleich stark zur Geltung kommen. Auch wenn soundtechnisch kein Instrument über dem anderen steht, fallen vor allem das mitreißende Gitarrenspiel und das punktgenaue Drumming der Haley Brüder auf. Trotz filigraner Gitarrenarbeit und Tempowechsel präsentieren sich die Australier im Vergleich zu ihren früheren Werken jedoch um einige Ecken eingängiger und Groove-lastiger.

Wer sich durch das gemäßigte Chaos abgeschreckt fühlt, sollte jedoch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Bei dem fünften Studioalbum handelt es sich immer noch um ein waschechtes Tech-Death-Brett, welches auch nach mehrmaligen Durchläufen immer noch für die eine oder andere Überraschung sorgt. Schon der geniale Opener „Carriers Of The Plague“ wartet mit souveränem musikalischen Können und hammergeilen Gitarrenläufen auf. Coole Groove-Passagen lockern die vertrackten Songstrukturen immer wieder auf und laden zum Schütteln der Rübe ein.

Bei „Euphorinasia“ wird einmal mehr klar, dass die Akzente aufs Songwriting gesetzt wurden, anstatt seelenloses Griffbrettgewichse auf den Hörer loszulassen. Bei all dem Groove darf die Geschwindigkeit natürlich auch nicht zu kurz kommen, welche in Songs wie „Forward To Submission“ und „The Throne Of Kings“ für die nötige Abwechslung sorgt. Wer nach dem progressiven Sahneteil „Deprivation“ und dem abschließenden Riffgewitter in „The Sleepers Have Awoken“ immer noch nicht überzeugt ist, dem kann wohl nicht mehr geholfen werden.

Psycroptic haben in den letzten vier Jahren keine Zeit vergeudet und haben in „The Inherited Repression“ merklich Herzblut reingesteckt. Der fünfte Streich der Australier vereint Brutalität, Intensität und Virtuosität auf beeindruckende Weise und sollte in keiner Extrem-Metal-Sammlung fehlen.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 10.02.2011
Erhältlich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Website: www.psycroptic.com
Facebook: www.facebook.com/psycroptic

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Category: Magazin, Reviews

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