Nitrogods – Nitrogods

| 19. Februar 2012 | 0 Comments

Nitrogods

Nachdem sich die Wege von Primal Fear und Henny Wolter 2010 zum zweiten Mal trennten, wollte der Gitarrist (u.a. auch bei Thunderhead und Sinner aktiv gewesen) zurück zu seinen Rock- und Blues-Wurzeln. Gemeinsam mit Freedom Call-Drummer Klaus Sperling (ebenfalls ex-Primal Fear) und Claus „Oimel“ Larcher gründete er Nitrogods als Rock’n’Roll-Spielwiese. ‚Attitüde‘ ist ein Schlüsselbegriff für das Trio, Authentizität und ein wenig Frustbewältigung werden auf dem schlicht „Nitrogods“ betitelten Debütalbum zu zentralen Faktoren.

Larchers Vocals erinnern nicht ganz umsonst an eine etwas finsterere Version von Lemmy – er war Teil der Motörhead-Coverband Bastards und spielte unter anderem mit „Fast“ Eddie Clarke (aktuell Fastway), der „Wasted In Beriln“ mit einem Wah-Wah-Solo veredelt. Clarke ist nicht der einzige Gast: Dan McCafferty von Nazareth, den Wolter auf der ‚Rock-meets-Classic-Tour‘ kennen lernte, veredelt das Blues-Juwel „Whiskey Wonderland“ mit einigen Zeilen, vor allem im Refrain – Beleg dafür, dass die Nitrogods einiges richtig machen müssen.

Der tatsächliche Star des Debütalbums ist dennoch Claus Larcher, der „Black Car Driving Man“ ein gewisses Motörhead-Flair verleiht oder dem Midtempo-Groover „Riptide“ zusätzlichen Biss verpasst. Ohne die passende musikalische Basis würde dies kaum funktionieren, gerade wenn es um „The Devil Dealt The Deck“ geht. Zwischen 60s-Rock, Rose Tattoo und „Metropolis“-Lemmy stapft der Track schwermütige vier Minuten durch verrauchte Kneipen und andere Höllenlöcher, getragen von fantastischer Gitarrenarbeit und einer mehr als nur zweckdienlichen Rhythmus-Abteilung.

Natürlich kommt den deutschen Nachbarn der erdige, beinahe rohe Sound entgegen, der dem Debütalbum ein wenig Druck mitgibt. Da kann man selbst über die beiden Schwachstellen „License To Play Loud“ – ein typischer Filler – und das textlich zu bemühte „Lipsynch Stars“ hinwegsehen, für die der Skip-Track erfunden wurde, und stattdessen mit dem Aussie-Harken „Zombietrain“ gen Sonnenuntergang rollen. Zwar sind Nitrogods noch ein wenig davon entfernt, einen eigenen Sound gefunden zu haben, doch gerade die Effekte auf der Gitarre und der verstärkte Blues-Anteil lassen auf ein ähnlich solides bis interessantes Nachfolgewerk hoffen. Als Kneipen-Beschallung und Live-Anheizer macht „Nitrogods“ ordentlich Laune.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 24.02.2012
Erhätlich über: Steamhammer (SPV)

Website: www.nitrogods.de
Facebook: www.facebook.com/nitrogods

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Category: Magazin, Reviews

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