30 SECONDS TO MARS live in der Wiener Stadthalle

| 30. November 2011 | 0 Comments

30 Seconds To Mars

Man mag von 30 SECONDS TO MARS halten, was man will, aber Stubenhocker sind die Mannen um Multitalent Jared Leto bestimmt nicht. Für gute zwei Jahre war das kalifornische Trio nahezu ununterbrochen rund um den Globus unterwegs. Dabei deckten die Herren auch exotischere Plätze wie Singapur, Israel, Südafrika oder den Oman ab. Das kann bei Gott nicht jede Band von sich behaupten. Auch Österreich hatte das Vergnügen die Jungs mehrmals willkommen zu heißen. Bevor es mit der 300. Show im Zuge ihrer „This Is War“-Tour in ein paar Tagen in New York den verdienten Guinness Buch der Rekorde-Eintrag gibt, wurde das Alpenland letztes Wochenende noch einmal vom Mars-Fieber gepackt.

Bereits vor dem Eingang der Wiener Stadthalle wird dem Besucher klar, dass man es hier mit keiner gewöhnlichen Rockband zu tun hat. Die Alternative-Rocker haben es definitiv in die oberste Liga geschafft. Dafür sprechen ca. 15.000 Menschen, die sich um 19:30 Uhr außerhalb und in der Halle scharen. Auf Grund der Menschenmassen verläuft der Einlass eher schleppend. Im Foyer angekommen, sammeln sich einige Besucher bereits um die Merch-Stände, während sich das Set der Vorband One Mountain dem Ende neigt. Ein Bericht dieses Auftritts ist daher leider nicht möglich.

Im Laufe der Umbauphase werden auf den beiden Leinwänden über der Bühne die Musikvideos zu den Hits „A Beautiful Lie“, „Closer To The Edge“ und der Beginn von „Kings & Queens“ gezeigt, um das Publikum etwas anzuheizen. Als auch ein überdimensionales „Triad“-Gebilde, das Triangel-Logo zu „This Is War“, mitten auf der Bühne enthüllt wird, bricht der erste Jubel los. Um kurz vor 21:00 Uhr ist es dann soweit und die ersten Klänge zu „Escape“ ertönen. Die Bandmitglieder betreten der Reihe nach die Bühne. Als Mastermind Jared Leto „A Beautiful Lie“ einleitet, gibt es für die Meute kein Halten mehr. Eine ohrenbetäubende Kreischorgie zieht sich durch die beinahe ausverkaufte Stadthalle. Der Stimmungspegel sollte  sich in den folgenden knappen zwei Stunden kaum ändern. Hits wie „This Is War“, „Night Of The Hunter“ und „Vox Populi“ entzünden ein echtes Adrenalin-Feuerwerk.

Als Drummer Shannon Leto das kurze Instrumental-Intermezzo „L490“ zum Besten gibt, nützt Jared die Zeit um sich ungesehen zum Soundpult in der Mitte der Halle zu begeben und ein kleines Akustik-Set zu spielen. Den Anfang macht „Alibi“, gefolgt von einer Passage aus „Kings & Queens“ und „The Kill“, wobei Jared die Menge auffordert ihre Handys in die Höhe zu recken und ein Lichtermeer entstehen zu lassen – ein echtes Highlight des Abends. Nach drei Minuten legt Jared die Gitarre weg und die komplette Band setzt ein. Wie ein Derwisch läuft Jared den Gang zwischen den Wavebreakern entlang und gibt somit auch den Zuschauern weiter hinten und auf den Seiten die Möglichkeit ihr Idol hautnah zu erleben.

Zurück auf der Bühne geht es mit „From Yesterday“ weiter. Will es mit der Gesangsdarbietung nicht so recht klappen, lässt Herr Leto des öfteren das bereitwillige Publikum die eine oder andere Zeile übernehmen. Anschließend haben drei Fans die Ehre ein paar Worte mit Jared auf der Bühne zu wechseln und mit ihm zusammen die Hit-Granate „Closer To The Edge“ einzuleiten. Das Finale endet mit einem Konfettiregen und einem kurzen Drum-Solo von Shannon. Etwas merkwürdig wirkt die Aktion die letzte Single der Amis „Hurricane“ nicht live auf der Bühne zu performen, sondern nur das Video dazu auf den beiden Leinwänden abzuspielen.

Bevor es zum großen Finale kommt, fordert Jared das Publikum zu einem „Call & Response“-Spiel auf,  welches angeblich auch auf Band aufgenommen wird. Den Fans scheint es zu gefallen, jedoch wird dieses Spielchen vom charismatischen Frontmann doch etwas in die Länge gezogen. Als Jared endlich mit dem Einsatz des Publikums zufrieden ist, haben einige Fans das Vergnügen für das abschließende „Kings & Queens“ auf die Bühne zu kommen. Während dem Auswahlverfahren geht die Band mit einem coolen Instrumental-Cover von „Cowboys From Hell“ von Pantera (!) in die Vollen, was vor allem Anhänger härterer Klänge begeistern dürfte.

Um ca. 22:40 Uhr verabschieden sich Jared und Co. und hinterlassen ein zum Großteil zufriedenes Publikum, welches sich sofort aufmacht die Merch-Stände zu plündern. Langjährige Fans dürften jedoch mit gemischten Gefühlen die Heimreise angetreten sein. Leider wurde einmal mehr das selbstbetitelte Debütalbum voll und ganz übergangen. Auch die Hitsingle „Attack“ schaffte es dieses Mal überraschenderweise nicht auf die Setlist. Weiterhin gingen etliche Minuten für Jareds Monologe drauf, welche in ein bis zwei zusätzliche Songs wohl besser investiert gewesen wären. Nichtsdestotrotz wurde zum wiederholten Mal deutlich, dass ein 30 Seconds To Mars Konzert ein wahrlich besonderes Ereignis ist, welches man nicht so schnell vergisst.

Kleine Info am Rande: Wer bis jetzt noch keine Möglichkeit hatte die Jungs live zu sehen, hat am 03.12. beim Ski-Opening in Schladming die vorerst letzte Gelegenheit dazu.

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Category: Live-Reports, Magazin

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